Unter der Drachenwand: Arno Geiger

Geiger, Arno:
Unter der Drachenwand : Roman / Arno Geiger. – 1. Auflage. – München : Carl Hanser Verlag, 2018. – 480 Seiten

Das Buch spielt 1944 zum Ende des Zweiten Weltkrieges am Mondsee in Österreich.

Veit Kolbe ist als deutscher Soldat an der Ostfront verwundet worden. Durch eine Granate mittelschwer verletzt, kommt er zur Genesung an diesen vermeintlich idyllischen Ort. Er hat alles erlebt, was man als deutscher Soldat der Wehrmacht erleben kann, hat alle Verbrechen dieser Zeit gesehen und ist verwundert, dass er nach 5 Jahren an der Front noch immer am Leben ist.
Als ein Beschädigter, Pervitin und -Drogenabhängiger geht er zu seinem Onkel, der vor Ort Postenkommandant und als solcher in der Lage ist seinem Neffen ein Quartier zu beschaffen.

Veit ist froh davon gekommen zu sein und möchte so schnell nicht wieder eingezogen werden. Von da ab, dort am Mondsee entfaltet sich der Erzählraum unter der Drachenwand über Verschickte, Geflohene und Verwundete, die der Krieg irgendwie zusammen gebracht hat. Für Veit ist es ein Atemholen auf der Flucht.

Arno Geiger kommt seinen Figuren sehr nahe. Die Schilderung der Ängste, Schmerzen, der Verzweiflung aber auch der zarten Freude bringt sehr viel über die Menschen hervor. Als Leser erfährt und durchlebt man dies ähnlich.

Sibi

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Zu guter Letzt: Es ist nie zu spät, Neues zu beginnen

Harriet Lauler ist und war schon immer ein Kontrollfreak. In der Komödie „Zu guter Letzt“ setzt die alte Dame aber noch einen drauf. Harriet möchte unbedingt sichergehen, nach Fehlern in ihrer Vergangenheit durch gewisse Umstände, dass der letzte Kommentar zu Ihrem Leben positiv ausfällt.

Zu guter Letzt mit Shirley MacLaine und Amanda Seyfried. FSK 0 Jahre. 104 Min. 2017

Der Gedanke ihren eigenen Nachruf dem Zufall zu überlassen erscheint ihr völlig unvernünftig. Deshalb beschließt Harriet die junge Journalistin Anne zu engagieren und einen geeigneten Text vorab schreiben zu lassen. Doch Anne hat es schwer, denn sie findet keinen Weggefährten, der ein gutes Wort für Harriet übrig hat.

Zu Anfang halten die beiden Frauen nicht viel voneinander, bis sie zusammen auf eine Reise gehen, auf der sie sich selbst und den anderen besser kennenlernen.
Anne erfährt von Harriet, je mehr man sich selbst treu bleibt, auch Fehler und Scheitern zulässt, desto mehr lernt man über sich.
Und schließlich endet die Reise für beide mit der wahren Botschaft „Es ist nie zu spät, Neues zu beginnen.“

Sibi

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Der geheime Himmel – Eine Geschichte aus Afganistan: Atia Abawi

Atia Abawi: Der geheime Himmel – Eine Geschichte aus Afghanistan, dtv-das junge Buch 2015, 338S.
Atia Abawi: Der geheime Himmel – Eine Geschichte aus Afghanistan. 338 Seiten, dtv-das junge Buch. 2015

Als Kind afghanischer Eltern wurde die Autorin 1982 in Deutschland geboren, wuchs in den USA auf, lebte und berichtete als Journalistin 5 Jahre aus Kabul und Afghanistan. Jetzt lebt sie in Jerusalem.

Die Protagonisten, die jugendliche Fatima und der 17 jährige Samiullah, haben schon von klein auf zusammen gespielt und waren beste Freunde. Jetzt, nachdem Sami die „madrasa“, die islamische Religionsschule, verlassen hat und zurückgekehrt ist, treffen sie sich wieder und stellen fest, dass zwischen ihnen nicht nur Freundschaft besteht, sondern sie beide viel mehr für einander empfinden. Da sie unterschiedlichen Stämmen angehören, ist diese Beziehung verboten. Rashid, Samis Cousin, kommt hinter diese Treffen und verrät die beiden. Eine Kette tragischer Ereignisse wird in Gang gesetzt. Fatima flieht mit Sami, in einem kleinen Bergdorf werden sie von einem alten Mullah getraut und sind auf der Flucht in eine Großstadt. Die Gruppe, der sich Rashid angeschlossen hat, verfolgt sie, überfällt die beiden Familien und verwüstet Haus und Einrichtung. Die kleine Schwester Fatimas wird getötet. Überall gibt es Spitzel, die die beiden Liebenden verraten. Mehr möchte ich zum Inhalt nicht erzählen.

Aufgrund ihrer Vorgeschichte gelingt es der Autorin, das Leben der Menschen, fernab von den großen Städten, sehr authentisch und detailliert zu beschreiben, aber auch den Ausbruch aus den Konventionen hautnah mitzuerleben. Die Charaktere werden sehr liebevoll und realistisch beschrieben. Zum Teil ist die Geschichte schockierend und geht unter die Haut. Fernab der islamistischen Welt bekommt man einen Einblick in das Leben von Frauen und mit welcher Brutalität talibannahe Gruppen in die Dörfer einfallen, ihre Macht ausüben und Menschen kontrollieren. Zentral ist die Frage nach der Herkunft und ob etwas, das zu einer Kultur gehört, deshalb auch richtig sein muss. Sollte die Liebe auf der ganzen Welt nicht Gottes Wille sein – unabhängig von der Religion?

Das Buch ist flüssig und leicht geschrieben, die Geschichte packend und es entwickelte sich bei mir ein Lesesog. Geschrieben ist es in der Ich-Perspektive der drei Hauptpersonen. Mir hat es gut gefallen.

Ich würde es jugendlichen Lesern ab 14 Jahren empfehlen und auch Erwachsenen.

Regina

„Der geheime Himmel“ ist leider noch nicht in unserem Bestand. Wenn du es lesen möchtest, werden wir es gerne über die Fernleihe für dich bestellen.

Liebe mit zwei Unbekannten: Antoine Laurain

Liebe mit zwei Unbekannten. Antoine Laurain Atlantik, 2015, 238 Seiten
Antoine Laurain: Liebe mit zwei Unbekannten. 238 S.
Atlantik. 2015

Der Pariser Buchhändler Laurent findet auf einer Mülltonne eine elegante Frauenhandtasche und macht sich auf die Suche nach ihrer Besitzerin. Die Handtasche offenbart einiges über sie, nur nicht ihren Namen und ihre Adresse. Laurent ist fasziniert und will die Unbekannte unbedingt finden. Sein Spürsinn und einige Zufälle bringen ihn auf den richtigen Weg und zu der Frau, in die er sich mittlerweile verliebt hat…

Ein leicht zu lesender Roman für alle Liebhaberinnen der Bücher von Nicolas Barreau. Paris, Bücher, Herz und Schmerz, alles ist dabei, ohne dass die Lektüre kitschig wird.
Die perfekte Entspannungs- und Urlaubslektüre!

Helene

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Die Schmetterlingsfängerin: Margarita Kinstner

Kinstner, Margarita: Die Schmetterlingsfängerin : Roman / Margarita Kinstner. Hamburg : Zsolnay, 2015. - 288 S.
Margarita Kinstner: Die Schmetterlingsfängerin.   Roman. 288 S. Hamburg. Zsolnay. 2015.

Die 30-jährige, schwangere Katja wird in einigen Wochen von Wien nach Sarajevo zu ihrem Freund ziehen. Es fällt ihr nicht leicht ihre Heimatstadt zu verlassen und ihre Selbstständigkeit aufzugeben. Der Gedanke „Was heißt Heimat?“ lässt sie nochmal an den Ort ihrer Kindheit fahren. Dort sucht sie Antworten auf diese und offene Fragen aus ihrer Familiengeschichte. In Rückblicken erfährt der Leser vieles über Erlebnisse aus Katjas Kindheit und über ihre wichtigsten Bezugspersonen.

Ein sehr berührender, warmherziger aus der Sicht von Katja geschriebener Familien- und Liebesroman. Die wechselnden Orte und die Gefühle von Katja werden sehr detailliert beschrieben, so dass man diese sehr gut nachvollziehen kann. Ein Roman, der einen so schnell nicht los lässt und nachdenklich stimmt.

Von Andrea

Diese Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du es vormerken.