Die Geschichte der Bienen: Maria Lunde

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen. Btb, 2015, fest geb. Aus dem Norwegischen

Absolut lesenswert und fesselnd! Kein Wunder, dass der Roman mit dem langweilig anmutenden Titel schon so lange auf den Bestsellerlisten steht.

Ein Roman in drei Erzählsträngen auf drei Zeitebenen: England 1852, Ohio/USA 2007 und China 2098. Alle verbindet die Geschichte der Bienen, deren ökologische Bedeutung durch die Geschichte Taos bewusst wird: Die junge Landarbeiterin Tao, die wie fast die gesamte Bevölkerung Chinas als Blütenbestäuberin arbeiten muss, verliert ihren Sohn durch ein unerklärliches Ereignis, das aber so herausragend ist, dass die Regierung ihr das Kind vorenthält. Sie begibt sich auf die scheinbar aussichtlose Suche. – Rund 90 Jahre vorher scheitert in den USA die Existenz des Imkers George, als ein seltsames, immer mehr um sich greifendes Verschwinden der Bienenvölker auch seine Bienen vernichtet. Kann sein Sohn Tom Georges Leben einen neuen Sinn geben? – Im England des 19. Jahrhunderts steckt der als Akademiker gescheiterte, in den Zwängen des Familienvaters von acht Kindern steckende William seine Energie und Hoffnung in die Entwicklung eines modernen Bienenstocks. Seine Tochter Charlotte ist die einzige in der Familie, die ihn versteht und unterstützt.

Dieser Roman lehrt den Leser, die Natur zu schätzen, ohne belehrend zu sein. Sehr zu empfehlen.

Irmgard

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Spuren. Eine Reise durch Australien: Robyn Davidson

Robyn Davidson: Spuren. eine Reise durch Australien. 304 Seiten. rororo. 2014
Robyn Davidson: Spuren. Eine Reise durch Australien. 304 S. rororo. 2014

Robyn Davidson durchquerte mit 27 Jahren die Australische Wüste. Diese Reise fand in den siebziger Jahren statt und lediglich in Begleitung von vier wilden Kamelen und einem Hund. In nur neun Monaten anstrengender Reise verbündete Robyn Davidson sich mit der lebensfernen Wüstennatur und ihrer Ureinwohner und durch das Verständnis für diese Wildnis gelang es ihr schließlich mit minimaler Ausrüstung den indischen Ozean zu erreichen.

Diese unglaubliche Reise ist gleichzeitig auch eine Reise zu sich selbst. Robin Davidson beschreibt, wie sie sich schrittweise von Lasten befreit, alles abwirft, was unnötig ist. Dieser Vorgang ist einerseits wörtlich zu verstehen, und zwar so, dass sie ständig etwas zurücklässt, was irrelevant für ihre Bedürfnisse ist, und metaphorisch in dem Sinn, dass sie sich von mentalem Ballast befreit.

Der Roman ist 2014 in einer neuen Taschenbuchauflage bei rororo erschienen. Zeitgleich ist eine Romanverfilmung im Kino angelaufen.

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.
Die gleichnamige Romanverfilmung mit Mia Wasikowska als Robyn Davidson kann auch in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich für die DVD vormerken.

Das Geheimnis der Dünen. Gefährliche Ferien auf Norderney: Jonas Torsten Krüger

Jonas Thorsten Krüger: Das Geheimnis der Dünen.144 Seiten Verlag: Fischer Taschenbuch; Auflage: 1., Aufl. (Juni 2004)
Jonas Thorsten Krüger: Das Geheimnis der Dünen. Gefährliche Ferien auf Norderney. 144 Seiten
Fischer Schatzinsel. 2004

Saskia und Jesse, ihr Bruder, machen mit ihrer Mutter Christine Urlaub auf Norderney. Lieber wäre Sakia auf Mallorca, aber des lieben Geldes wegen müssen sie mit der Insel hier zufrieden sein. Auch so haben sie Spaß, im Naturschutzgebiet, am Strand, dauernd läuft ihnen Ole über den Weg und ermahnt sie ihren Hund anzuleinen. Ole, der Sohn des Naturschutzwartes hilft seinem Vater und kennt sich gut mit den Tieren auf der Insel aus. Sie finden beim Spazieren einen toten Greifvogel – erschossen. Die beiden Geschwister schließen sich mit Ole zusammen und jagen die Wilderer. Gefährlich? Ja. Sie können es nicht lassen. Auch die Liebe kommt nicht zu kurz.

Durch die vielen Informationen bekommt man als Leser einen Einblick in die Welt im Wattenmeer… Für jedes Alter, egal ob Mädchen oder Junge geeignet… Von AsDa

Für diesen spannenden Inselkrimi gewann der deutsche Jugendbuch- und Fantasyschriftsteller Jonas Torsten Krüger 2003 den Deutschen Umweltpreis für Jugendliteratur.

Dieses Buch befindet sich im Bestand der Bücherei Oberwinter. Bei Interesse kann das Buch für dich über die Bücherei Remagen von dort angefordert werden.

Die Wand

Dei wand
Die Wand. Drama. Laufzeit 103 Min. FSK ab 12 J. 2012

Die Wand ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans der Schriftstellerin Marlen Haushofer aus dem Jahr 1963. Der 2012 von Julian Pölsler verfilmte Stoff beschreibt das Leben einer Frau, die in aller Radikalität von der Zivilisation abgeschnitten wird. Die Frauenrolle verkörpert M. Gedeck über weite Strecken des Films ganz allein.

Die 40-jährige namentlich nicht genannte Erzählerin reist mit ihrer Cousine Luise und deren Ehemann Hugo an einem Wochenende zu einer Jagdhütte ins Gebirge. Am nächsten Morgen vermisst sie jedoch ihre Begleiter und verlässt die Hütte, um sie zu suchen. Doch sie stößt an eine gläserne Wand, hinter der alles Leben wie erloschen scheint. Zögerlich nimmt die Frau ihr Schicksal an und lernt sich allmählich von verbliebenen Vorräten, den Früchten und Tieren des Waldes und ihrem Garten zu ernähren. Zu der Sorge um ihre eigene Existenz kommt dabei bald die Sorge um verschiedene Tiere, die ihr zulaufen: neben einem Hund und Katzen,  eine trächtige Kuh und zum Schluss eine weiße Krähe.
Während eines Winters holt sie ihre Notizen hervor und fertigt den vorliegenden Bericht an – ohne zu wissen, ob ihn jemals jemand zu Gesicht bekommen wird.

Die Verfilmung ist eng an der Romanvorlage von Marlen Haushofer geblieben. Viele Textpassagen werden original zitiert. Sehr gefallen haben mir die  vom Regisseur ausgewählten Bach-Partiten, die dem Film Leichtigkeit verleihen. Besonders aber die stimmungsvollen Aufnahmen der Naturlandschaften sind ein Genuss. Die Wälder sind in ein mystisches Grau-Blau getaucht, majestätisch thronen die Berge darüber, weißer Schnee überzieht die Felder, das warme Gold-Gelb der Sonne bescheint die grünen Wiesen. Der Betrachter fühlt mit den Farben.
Toll umgesetzt finde ich die Darstellung der Wand, die lediglich durch ein akustisches Geräusch visualisiert wird. Eine Art elektromagnetisches Brummen, das die Erdrotation verursacht, und das manche Menschen angeblich zu hören in der Lage sind.

Die Frau entschließt sich – trotz der Isolation – nicht aufzugeben. Die Wand hat sie zwar von ihren Mitmenschen getrennt – zugleich aber ist die Trennwand zwischen Mensch und Natur eingerissen. Worum es sich bei der Wand handelt und wann und ob die Frau jemals frei kommt wird nicht geklärt. Die Erzählung klingt jedoch optimistisch aus; so heißt es unter anderem am Ende: „Seit heute früh weiß ich sicher, dass Bella ein Kalb haben wird. Und, wer weiß, vielleicht wird es doch wieder junge Katzen geben.“

Wer sich darauf einlassen kann, philosophische und psychologischen Fragen zu stellen, sollte sich den Film unbedingt anschauen! Denn nirgends hat der Mensch so viel Gelegenheit zur Reflektion – wie in der Einsamkeit. Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.