Tomaten mögen keinen Regen: Sarah Michaela Orlovský

Mit dem Evangelischen Buchpreis 2014 ist die Schriftstellerin Sarah Michaela Orlovský für ihren Jugendroman ab 12 J. „Tomaten mögen keinen Regen“ ausgezeichnet worden.

Evangelischer Buchpreis für Sarah Michaela Orlovský, 2014. Ein Jugendbuch ab 12 Jahren. Tomaten mögen keinen Regen, Wiener Dom-Verlag 2013, Jugendbuch ab 12, Roman, 176 S.
Sarah Michaela Orlovský:
Tomaten mögen keinen Regen. 176 Seiten. Wiener Dom-Verlag. 2013

Die junge Autorin wurde 1984 in Oberösterreich geboren und ausgebildet. Außer in Wien hat sie noch in Zambia, Armenien, Äthiopien, der Slowakei und Rwanda gearbeitet und gelernt. Zur Zeit lebt sie in Vöcklabruck und arbeitet in einem Jugendzentrum. „Tomaten mögen keinen Regen“ ist ihr erster Roman.

Die zwei Ordensschwestern, Rosa und Miki, führen ein Waisenhaus, „Haus Betlehem“, in ländlicher Region eines nicht näher benannten Landes und betreuen fünf Kinder und Jugendliche. Hovanes ist der älteste und gleichzeitig der Protagonist des Romans, aus dessen Ich-Perspektiven erzählt wird. Er lebt dort zusammen mit Eilis, Gaya, Sirup und Tiko, der jüngsten in der Gemeinschaft. Alle fünf haben ein Handicap und wurden von ihren Eltern verlassen, weil diese gestorben sind oder ihre Kinder nicht wollten. Wie nun diese sieben Personen, mit ihren Bedürfnissen und Wünschen, mit ihren Sorgen und Ängsten, mit ihren Behinderungen, mit Stärken und Schwächen zusammen leben und ihren Alltag meistern, davon handelt dieser Roman.

Aus Hovanes Sicht erleben wir den Alltag seiner „Familie“ über einen Sommer lang: einkaufen, kochen, backen, spielen, im Garten Unkraut jäten, Tomaten gießen, Kaninchenställe bauen und Rangeleien wie sie bei Kindern üblich sind. Auch werden uns Einblicke in das Seelenleben des Ich-Erzählers Hovanes ermöglicht. Spannend ist der Inhalt nicht, aber wie er geschrieben ist: ein einfacher, knapper, trockener und humorvoller Schreibstil lässt die Beteiligten für uns lebendig werden und das Buch kurzweilig.

Mit der Journalistin Ana, die einen Zeitschriftenartikel über die behinderten Kinder im Waisenheim schreiben will, wechselt die Erzählperspektive in einigen Kapiteln. Ana selbst macht einen inneren Wandel durch und wechselt am Ende von der außenstehenden Beobachterin zum Mitglied der Gemeinschaft.

Weiter wird Spannung durch kurze, eingeschobene Prolepse, die farblich abgesetzt sind, erzeugt: Hovanes, auch hier als Ich-Erzähler, hat große Schuldgefühle. Irgendetwas muss passiert sein. Fast bis zum Schluss wird der Leser auf die Folter gespannt, was denn nun wirklich passiert ist.

Ein sehr ruhiges, schnell zu lesendes und unterhaltsames Buch mit Nachwirkung.
Von Regina, Treffpunkt Jakobibücherei Hannover

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

9 Antworten auf „Tomaten mögen keinen Regen: Sarah Michaela Orlovský“

  1. Ich fand das Buch um ehrlich zu sein extrem langweilig, triste und farblos. Auch fand ich, dass der „tiefere Sinn“ des Buches bzw. die Botschaft besser ausgearbeitet hätte werden können.
    Mich langweilte es sehr und ich würde es auf keine Fall weiterempfehlen.
    Mit solch einem Schreibstill erreicht man sicher nicht die Jugend! Da ich das Buch im Zuge einer Klassenlektüre las, weiß ich, wovon ich spreche.
    Liebe Grüße,
    Helen Herget

  2. Bei uns ist dieses Buch 2015 immer noch unterwegs und wird von verschiedenen Altersgruppen gelesen, Ju 2 bis Senioren.
    Viele Grüße aus Hannover.

  3. Remagen wird das Buch zum Lesesommer 2014 im Ju3 Bereich anbieten. Vielleicht nützt es der Geschichte, dass es so auch mal nur von Jugendlichen gelesen werden darf. „Tomaten mögen keinen Regen“ ist zurzeit viel unterwegs. Gelesen wird es vom Büchereiteam und natürlich von interessierten Erwachsenen, die neugierig auf den Buchpreis 2014 sind.

  4. Heute habe ich mit einer 12 jährigen Leserin gesprochen, die dies Buch zurück brachte und sich nur positiv geäußert hat. Sie fand es leicht zu lesen und lobte den Schreibstil und dass es einen tieferen Sinn hat. Solche Bücher würde sie gern lesen. Ansonsten wird es bei uns in der Bücherei überwiegend von Erwachsenen ausgeliehen.

  5. Hier kommt auch mal ein Kommentar von einem Jugendlichen:
    Vom Cover her finde ich das Buch jetzt nicht so ansprechend, aber das macht es durch den Klappentext wieder wett. Ich glaube ich werde es mal lesen und dann noch weiter kommentieren.

  6. Ich, als Erwachsene, bin sehr gespannt auf dieses Buch. Aber ganz ehrlich, wie viele Jugendliche werden sich für dieses Buch begeistern können? Habt ihr da schon Erfahrungen in Hannover? Oder in anderen Büchereien? Grüße aus Remagen 🙂

    1. Bisher haben einige aus dem Team das Buch gelesen und finden es gut. Zur Zeit hat es unser Pastor, der hat sich aber noch nicht geäußert. Außerdem wird es im kommenden Gemeindebrief vorgestellt. Den Jugendlichen müssen wir es besonders ans Herz legen, denke ich. Ich werde mich später noch einmal dazu melden.

    2. Eigentlich bin ich ganz zuversichtlich, zwar werden sicher mehr Erwachsene das Buch lesen, auch aus Interesse über die Auszeichnung, aber das Buch „Wunder“ hatte auch einen sehr schweren Stand, nämlich gar keinen bei uns in der Bücherei, bis eine Jugendliche begeistert davon erzählte. Daraufhin wurde es für den Lesesommer 2013 angeschafft und fand „seine Leser“, nicht die Massen, die aber alle wirklich begeistert waren. Nun ist „Wunder“ im nächsten Literarischen Gottesdienst angekommen. Alle sind sehr gespannt.
      Deine Buchvorstellung zu „Tomaten mögen keinen Regen“ finde ich sehr ansprechend. Ein Danke an dich Regina nach Hannover

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