Nacht ist der Tag: Peter Stamm

Peter Stamm: Nacht ist der Tag.
Peter Stamm: Nacht ist der Tag. 256 Seiten. S. Fischer. 2013

Die 39-jährige Gillian, erfolgreiche Fernsehmoderatorin, erwacht nach einem Unfall im Krankenhaus mit einem klaffenden Loch mitten im Gesicht. Ihr Mann, der Fahrer des Wagens, ist bei dem Unfall ums Leben gekommen. Ihr ist schnell klar, dass sie ihr altes, „stylisches“ Leben nicht einfach wieder aufnehmen kann.
Rückblickend erzählt Gillian von ihrer äußerlich glamourösen, jedoch nicht ganz so glücklichen Ehe mit einem Journalisten und welchen Streit die Eheleute an dem Abend des Unfalls hatten. Gillian, die bei einer Sendung einen aufstrebenden Fotokünstler kennengelernt hatte, fühlt sich von diesem Mann angezogen und bringt ihn dazu, sie nackt zu fotografieren. Genau diese Fotos findet Gillians eifersüchtiger Ehemann und es folgt der Streit zwischen den Eheleuten.
Im zweiten Kapitel des Buches, sechs Jahre später, wechselt die Perspektive zu Hubert, dem Fotokünstler, Professor an der Kunsthochschule, der seit Jahren in einem Tief steckt, künstlerisch wie privat. Von einem befreundeten Galeristen bekommt er das Angebot für eine Vernissage in einem Kulturzentrum in einem abgelegenen Engadiner Bergdorf. Er sagt zu und fährt hin, hat allerdings keine aktuellen Werke und ihm fehlt die Inspiration für etwas Neues. Hier in diesem Bergdorf trifft er Gillian, die sich inzwischen Jill nennt, wieder. Ihr Gesicht ist zum größten Teil wieder hergestellt und sie arbeitet dort als Entertainmentchefin in einem Clubhotel.
Hubert und Jill kommen sich näher, auch körperlich. Trotzdem kommt es ein weiteres Mal zu einem Bruch und jeder für sich kehrt aus der Abgeschiedenheit des Bergdorfes wieder ins Leben zurück.

Ein fesselnder, flüssig geschriebener Roman, in einer eher nüchternen, distanzierten Sprache. Von Helene

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken

2 Antworten auf „Nacht ist der Tag: Peter Stamm“

  1. Ich kann Helene nur zustimmen: Das Buch ist fesselnd, ich habe es gerne gelesen, ich konnte mir das Engadiner Bergdorf vorstellen und die Probleme des Künstlers.
    Gillian oder auch dann Jill kam mir nicht so nahe. Das empfand ich zu nüchtern und distanziert beschrieben.

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