1913: Florian Illies

Florian Illies. 1913 - Der Sommer des Jahrhunderts. 320 Seiten. Fischer. 2012
Florian Illies. 1913 Der Sommer des Jahrhunderts. 320 Seiten. Fischer. 2012

Florian Illies erstellt in seinem Buch ein kunstvolles Mosaik des Jahres 1913.
Er beschreibt die Welt im Umbruch, die Künstler und Kunstwerke des Jahres 1913, die Geschichte machten.
In diesem Jahr werden die Malerei und die Musik ins Extreme gesteigert.
In den Metropolen Europas begegnen wir vielen Künstlern, die mit ihren Werken unsere Kunstwelt prägten. Wir treffen Rilke, ewig zaudernd. Freud, der zunehmend depressiv wird. Proust, eingeschlossen in seinen Erinnerungen „ Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Kafka, der einen 22 Seiten langen Heiratsantrag verfasst, um auf seine Leiden und Fehler hinzuweisen. Die Liebesgeschichte von Alma Mahler und Oskar Kokoschka wird erzählt, wie auch die Erfindung des Jazz durch Louis Armstrong.

Das Buch enthält ein buntes Panorama an Begebenheiten und Anekdoten aus der Welt der Kunst und unterhält nicht zuletzt durch die Mutmaßungen des Autors.
Aus heutiger Sicht spürt man etwas Bedrohliches oder assoziiert den Zerfall und die Extreme mit Zerstörung und Krieg. Leider wurde auf die Beschreibung der Lebenssituation der Arbeiterschaft verzichtet auch die Politik und die sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen finden keinen Eingang.
Das Buch ist trotz dieser Schwäche sehr unterhaltend und weckt das Interesse an den Kunstwerken der Protagonisten.
Es erzählt in unterhaltsamer weise die Entwicklung der Kunst des Jahres 1913 aus europäischer Sicht und die gegenseitige Einflussnahme von Literatur, Malerei und  Musik.
Von Diana aus Bad Sobernheim: Öff. Bücherei Kulturhaus Synagoge

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

9 Antworten auf „1913: Florian Illies“

  1. Lese gerade „1913“ von Florian Illies und es ist großartig! Was hat nicht alles in diesem Jahr seinen Anfang genommen und damit zu den rasanten Veränderungen auf unserm Planeten geführt! Illies zeigt auf informative u. amüsante Art diese Umbrüche in Kunst, Technik und Politik und auch deren Vernetzungen miteinander auf. Jede Seite liest sich mit Spannung. Kann ich nur weiterempfehlen.
    Siggi

      1. Die Mona Lisa ist wieder aufgetaucht, im Dezember 1913, Gott sei Dank! Jemand hat sie aus dem Louvre gestohlen. Der running gag in Florian Illies tollem Buch „1913“. Ein Jahr lang war sie verschwunden. Wer wissen will, wer`s war, sollte unbedingt das Buch lesen. Sehr lustig, spannend und interessant. Schade, daß mit „Dezember 1913“ Schluß ist.
        Siggi

        1. Hallo Siggi,
          bin am Samstag überraschend zu einer Geburtstagsfeier am Sonntag eingeladen worden und hatte natürlich kein Geschenk. Zum Glück fiel mir ein: Bahnhofsbuchhandlung !
          Dank Deiner Empfehlung habe ich dort “blind” nach “1913″ gegriffen und hoffe jetzt, dass es gefällt.
          LG Barbara

          1. hallo, barbara, freut mich, daß meine Begeisterung für`s Illies-Buch „1913“ zur Anregung für ein Geschenk geführt hat. Würde mich mal interessieren, ob es dem „Beschenkten“ auch so gut gefallen hat wie mir oder wenn nein, warum.
            Gruß Siggi

  2. Bisher habe ich das Buch noch nicht gelesen, aber es sich hört sehr interessant an, vor allem da es auch einiges über bekannte Autoren berichtet. Vielen Dank für den Tipp und die Rezension dazu. Viele Grüße aus Remagen Andrea

  3. Bin sehr gespannt auf dieses Buch, muss aber wohl noch ein bisschen warten, ist bei uns in der Bücherei auch ständig unterwegs. Und das neue Buch von Precht hört sich in der Kurzbeschreibung auch gut an, wäre bestimmt auch was für unseren Bestand. Vielen Dank für den Tipp! LG aus Remagen, Helene

  4. Liebe Diana, Florian Illies ist mir bisher nur durch sein Buch “Generation Golf ” bekannt, sein Schreibstil ist auch dort sehr unterhaltend und reichlich gespickt mit Anekdoten, umso mehr freue ich mich, ein aktuelles Werk dieses Autors von dir vorgestellt zu bekommen. In leichter Weise etwas über die Klassische Moderne zu lesen und nebenbei sogar heutige Verbindungen zu Ecstasy, Prada und Aldi präsentiert zu bekommen, hat etwas von einem gelungenem Lesenachmittag.
    Willkommen im Buchstabentaucher! Wir freuen uns sehr, wenn du über Buchtrends aus Bad Sobernheim berichtest. Grüße aus Remagen von Bille

    1. Hallo Sibylle,
      Das Buch ist wirklich lesenswert…..ist bei uns laufend unterwegs.
      Aus meinem neuen Lesestoff:
      Anna malt den lieben Gott. Der Lehrer sagt, dass man den lieben Gott nicht malen kann. Es weiß doch niemand, wie er aussieht. Aber Anna meint, warten sie noch 5 Minuten, dann wissen sie es.
      süß…oder ?
      Das neue Buch von Richard David Precht…Anna, die Schule und der liebe Gott. LG Diana

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