Die Eleganz der Madame Michel

Die Eleganz der Madame Michel. 2010. FSK 12
Die Eleganz der Madame Michel. DVD. Lauflänge ca.95 Min.  2010. FSK ab 12

Renee Michel ist Concierge, also eine Art Hausmeisterin in einem französischen Mietshaus und für vieles im Haus zuständig. Sie lebt zurückgezogen, hat wenige Freunde und fühlt sich unsichtbar. Nach außen gibt sie sich unnahbar und unwirsch bis grantig, bis es der 11 jährigen Paloma gelingt ihre harte Schale etwas aufzubrechen. Paloma ist neugierig, lernt japanisch und beobachtet ihre Umgebung mit einer Kamera, Familie wie auch Nachbarn. Sie fühlt sich in ihrer Familie nicht zugehörig und ist oft auf der Suche, bis sie auf Renee trifft. Beide nähern sich aneinander an und führen ernste Gespräche, über das Leben, über Gefühle,…. alles was sie so bewegt. Der neueingezogene Mieter, ein eleganter Japaner, freundet sich mit den beiden an und versucht mehr Kontakt zu Renee zu bekommen. Diese blockt erst mal ab und äußert sich: „Ich bin hier nur die Concierge“, als er ihr Geschenke macht. Eine Freundin überredet sie die Einladung zum Essen von ihm anzunehmen und versucht ihr Selbstvertrauen zu stärken. Nach und nach ergibt sich eine neue zarte Freundschaft, Renee lernt sich selber wieder von einer Seite kennen, wie sie es sich verschüttet glaubte, nach dem Tod ihres Mannes vor Jahren. Die Höhen und Tiefen der Nachbarn werden in diesem Film gezeigt, eine Perle in der hektischen Welt. Der Film nimmt eine überraschende Wende, auch damit müssen wir Menschen in unserem Leben zurecht kommen.

Herber Charme empfehlenswert für ältere Jugendliche und junggebliebene Erwachsene, die lieber hintergründige Gespräche führen oder hören, statt sich actiongeladene Filme „reinziehen“. Von AsDa (Astrid)

Dieser Film kann in der Bücherei ausgliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Nachtzug nach Lissabon

Nachtzug nach Lissabon. Laufzeit 107 Min. DVD 2013. FSK ab 12
Nachtzug nach Lissabon. Laufzeit 107 Min. DVD 2013. FSK ab 12

… „Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil in uns leben können, – was geschieht mit dem Rest?“ …
„Nachtzug nach Lissabon“ ist die fesselnde Geschichte über eine Reise und eine Suche.
Bille August führt in der Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Pascal Mercier die Regie und besetzt die Rollen mit einem internationalen Starensemble.

Raimund Gregorius (Jeremy Irons) ist augenscheinlich ein ganz gewöhnlicher Mensch. Als Altphilologe besteht sein Leben nur aus seinem Unterricht und seinen Schülern. Er ist ein „Mann der Worte“ und er liebt Bücher. Die Geschichte beginnt, als etwas passiert, dass ihn völlig aus dieser Routine wirft. Durch eine zufällige Begegnung mit einer jungen Frau, die er rettet, gerät er an ein Buch, ein Buch voller philosophischer Ideen über das Leben. Es sind Ideen, die ihm auch schon selber so gekommen waren, die er allerdings nie zuvor in Büchern wiedergefunden hat. Er trifft eine dieser Entscheidungen, die nur manchmal im Leben getroffen werden. So kommt es, dass er ohne vorher groß zu überlegen in einen Zug einsteigt und nach Lissabon reist. Während der Fahrt liest er weiter, wird aufgesogen von den Ideen im Buch, und seine Faszination für den Autor wächst.
Als er in Lissabon ankommt versucht er diesen zu finden. Er stößt auf eine Geschichte über den portugiesischen Arzt und Philosophen Amadeu Prado, über das Leiden und die Gefahren während der Salazar-Diktatur in den 70er Jahren in Portugal. Menschen, die sich im Widerstand aufopferten und ihr Leben in einer Weise lebten, wie Gregorius es so nie getan hat.
Als ihm bei einem Zusammenstoß mit einem Fahrradfahrer seine Brillengläser zersplittern, lernt er Mariana (Martina Gedeck) kennen, die ihm neue Gläser anpasst. Mariana, die Augenärztin, ist wie eine Metapher, sie gibt ihm eine neue Sicht, sie stellt ihm Fragen nach seinem eigenen Leben. Gregorius ist immer in der Vergangenheit und schaut auf das Leben der anderen Menschen. Aber Marina will wissen was er denkt, was er macht und was er mag. So verschiebt sich der Schwerpunkt seines Lebens auf sein eigenes Leben.

Die Literaturverfilmung ist eine textgetreue filmische Umsetzung, die eigentlich nur schwer einem Genre zuzuordnen ist. Es ist ein Film über die Suche nach einem anderen Leben und über Entscheidungen, die man im Leben treffen muss. … „Wir lassen etwas von uns zurück, wenn wir einen Ort verlassen, wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren und es gibt Dinge an uns, die wir nur dadurch wiederfinden können, dass wir dorthin zurückkehren.“ …
Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken
Den Roman von Pascal Mercier kannst du hier vormerken.

Ziemlich beste Freunde

Ziemlich beste Freunde
Ziemlich beste Freunde. Spieldauer 108 Min. 2012. FSK ab 6

Literatursalon---VorderseiteDer reiche Geschäftsmann Philippe ist seit einem Unfall beim Gleitschirmfliegen vom Hals an abwärts gelähmt. Nach dem Tod seiner geliebten Frau hat er seinen Lebensmut völlig verloren und lebt ein zurückgezogenes Leben in seinem Pariser Luxusdomizil, umgeben von einer Schar professioneller Angestellter.
Als er einen neuen persönlichen Assistenten sucht, bewirbt sich auch Driss, ein junger Kleinkrimineller aus den Pariser Banlieue. Driss möchte sich eigentlich nur eine Bescheinigung für das Arbeitsamt abholen, aber Philippe findet Gefallen an dem respektlosen jungen Mann und stellt ihn ein.
Mit seiner unbekümmerten Direktheit weckt Driss bei Philippe wieder Neugier auf das Leben und erdet gleichzeitig die absurden Exzesse des elitären gesellschaftlichen Umfelds von Philippe.
Im Gegenzug vermittelt Philippe Driss Vertrauen in seine Stärken und ermöglicht ihm einen bislang verwehrten Zugang zu Kunst und Bildung.
Die Freundschaft dieser beiden völlig unterschiedlichen Charaktere steht im Mittelpunkt dieser tragisch- komischen französischen Sozialromanze. Ihr großer Erfolg liegt in der Hoffnung, die sie vermittelt, die Gegensätze unserer Welt und die Schranken zwischen arm und reich, weiß und schwarz, behindert und nicht behindert können mit Menschlichkeit, Toleranz und Respekt überwunden werden.
Als Driss am Schluss ein Kennenlerndinner für Philippe und dessen Brieffreundin Eleonore arrangiert und Driss voller Selbstvertrauen mit einem Vermögen von 11000 Euro aus dem Verkauf seines ersten Gemäldes seinen eigenen Weg beschreitet, ist das Happyend dieses Real- Märchens perfekt.
Im Abspann wird noch einmal deutlich gemacht, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht.
Fotos von Philippe Pozzo di Borgo und Abdel Sellou, die die Inspiration zum Film lieferten, werden hier in freundschaftlicher Verbundenheit in ihrer neuen Heimat Marokko gezeigt.

Die mitreißende Kraft des Films kann sich dank durchweg hervorragender Darsteller entfalten.
Francois Cluzet verleiht der Mimik des gelähmten Philippe ungeheure Intensität, Omar Sy verkörpert hinreißend die ansteckende Lebensfreude des jungen Driss. Auch die Nebendarsteller, die Hausangestellten Yvonne und Magalie, überzeugen.
Das Drehbuch und Regie kommen aus einer Hand – von Olivier Nakache und Eric Toledano – und sind aus einem Guss.
Die berührende Geschichte wird in flottem Tempo erzählt mit gelungen platzierten Pointen und entlässt den Zuschauer mit dem warmen Gefühl, doch in einer Welt zu leben, in der Nächstenliebe und Hoffnung zu Hause sind.
Von Christine Lesepunkt: Waldbröl

Buch und Film können in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du den Film vormerken. Hier kannst du das gleichnamige Buch von Philippe Pozzo di Borgo vormerken.

Vango. Zwischen Himmel und Erde: Timothée de Fombelle

Vango. Zwischen Himmel und Erde. Sprecher : Reiner Strecker
Timothée de Fombelle. Vango. Zwischen Himmel und Erde. Hörbuch. Vorgelesen von Reiner Strecker. 5 CDs. Laufzeit 6 Std 35 Min. Hörcompany. 2013

Die Geschichte beginnt im April des Jahres 1934 in Paris, Vango steht kurz vor seiner Priesterweihe. Er und alle weiteren Kandidaten sind eng umringt von Zuschauern. Ein junges Mädchen mit wunderschönen grünen Augen schaut jedoch ganz allein auf Vango.
Plötzlich taucht die Polizei auf. Schüsse fallen. Vango wird wegen eines Verbrechens gesucht, das er nicht begangen hat, kann jedoch dank seiner grandiosen Kletterkünste in letzter Sekunde fliehen. Wieder fallen Schüsse; sie wurden aber nicht von der Polizei abgegeben. Jemand versucht ihn zu töten. Wer hat es auf ihn abgesehen?
Eine Verfolgungsjagd quer durch Europa beginnt, die Vango von Paris bis an den Bodensee und an Bord eines Zeppelins nach Sizilien führt, weiter auf die äolischen Inseln seiner Kindheit und schließlich nach Schottland zu seiner großen Liebe, der geheimnisvollen Ethel. Immer auf der Flucht und getrieben von der Frage: Wer bin ich?

Timothée de Fombelle gelingt es sehr gut die Spannung während des gesamten Romans aufrechtzuerhalten und ohne dabei zu viel der eigentlichen Zusammenhänge zu verraten. Spuren führen durch historische Zeiten und Orte, europäische Geschichte zwischen 1915 – 1936 wird lebendig.

Reiner Streckers Vorlese-Sprachkunst, im rechten Moment den Atem anzuhalten, dem Tempo der Handlung zu widerstehen und virtuos Charakter- und Szenenbilder in unsere Köpfe als gebannte Hörer zu projizieren, lässt tief in den figuren- und bilderreichen, krimispannenden Roman eintauchen. Vango -Zwischen Himmel und Erde-  ist der erste Teil eines zweibändigen All Age-Romans, den ich ohne „Wenn“ und „Aber“ glühend empfehlen kann.
Von Sibylle

Dieses Hörbuch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Les Misérables

Les Miserables. 2 Std. 37 Min. Drama, Musik. FSK ab 12. 2013
Les Miserables. 158 Min. Drama, Musik. FSK ab 12. 2013

Die Leinwandadaption „Les Misérables“ des gleichnamigen Broadway-Musicals von Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto), basiert auf dem Roman von Victor Hugo „Die Elenden“.
Die Verfilmung, die sich eng an die Bühnenversion hält und kaum gesprochene Dialoge aufweist, wird von Oscar-Gewinner Tom Hooper (The King’s Speech) mit großen Gesten in Szene gesetzt.
So zeigt die 1815 angesiedelte, beindruckende Anfangs-Sequenz eine Sträflingskolonne, wie sie ein riesiges Schiff in den Hafen ziehen muss. Zu ihr gehört Valjean (Hugh Jackman), der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat. Valjeans hasserfüllter Gegenspieler ist der Justizvollzugsbeamte Javert (Russell Crowe).
Nach seiner Freilassung macht Valjean eine tiefgreifende religiöse Erfahrung, taucht unter und hat sich acht Jahre später vom Sünder zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. Er macht Bekanntschaft mit der ledigen Mutter Fantine (Anne Hathaway), die ohne Valjeans Wissen aus seiner Fabrik geworfen wird und deshalb als Prostituierte ihre kleine Tochter Cosette durchbringen muss. An Fantines Sterbebett verspricht Valjean sich ihrer Tochter anzunehmen, die er zunächst in Paris aus den gierigen Fängen der Wirtshausbetreiber Monsieur und Madame Thénardier (Sacha Baron Cohen, Helena Bonham-Carter) befreien muss.
Jahre später verliebt sich die erwachsene Cosette (Amanda Seyfried) in den Revolutionär Marius (Eddie Redmayne). Er gehört einer Gruppe von Studenten an, die gegen die Monarchie auf die Barrikaden geht. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden dennoch vereint.

Entstanden ist eine opulente und Emotionen tragende Leinwandverfilmung von Victor Hugos zeitloser Geschichte über Elend und Erlösung, über unerfüllte Liebe und scheiternde Träume. Licht und Maske tragen wesentlich dazu bei, diesen historisch bewegenden Abschnitt der französischen Geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts filmisch zu prägen.
Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

The King´s Speech

the kings
The Kings´s Speech. Drama.         FSK ab 6. 118 Min. 2011

Die Geschichte eines Königs der über sich hinauswächst und einer großartigen Freundschaft.

Das neue Massenmedium Radio bringt für Albert, Herzog von York und Sohn von König Georg V. eine neue Qual mit sich, denn Albert ist Stotterer. Obwohl er nicht der Thronnachfolger, sondern nur der zweite Sohn von King George V. ist, muss Bertie, wie er in der Familie genannt wird, in der Öffentlichkeit Reden halten und auf demütigende Weise erleben, wie seine Behinderung durch die Rundfunkübertragungen ins ganze Commonwealth getragen wird.
Kein Arzt und kein Therapeut konnte ihm bisher helfen, bis seiner Frau Elizabeth der australische Sprachtherapeut Lionel Logue empfohlen wird. Dessen unkonventionllen Behandlungsmethoden verstören zunächst den adligen Patienten, doch ein Schlüsselerlebnis zeigt Bertie, dass Logues Behandlung Erfolg haben könnte.
Unterdessen stirbt der König und Edward, Alberts älterer Bruder, besteigt den britischen Thron. Nach nur 10 Monaten Amtszeit dankt Eduard VIII. ab, da seine Liebe zu einer bürgerlichen und geschiedenen Amerikanerin von der Öffentlichkeit nicht geduldet wird und Albert wird, was er nie sein wollte – der neue König, Georg VI.!
Als das Britische Königreich in den II. Weltkrieg eintritt, hält Albert, unterstützt von Lionel Logue eine Rede, um seine Mitbürger auf den Krieg gegen Deutschland einzuschwören. Diese emotionale und zu Herzen gehende Ansprache gelingt ohne ein Stottern und ein Versprechen und bewegt die Herzen aller, die sie hören. Albert und Lionel bleiben sich in lebenslanger Freundschaft verbunden.

Ein sehr bewegender Film, für die ganze Familie geeignet. Einschränken würde ich hinsichtlich der Altersfreigabe, dass ein 6jähriges Kind den Film inhaltlich wohl noch nicht voll erfassen kann, denn die Beziehung der Personen untereinander ist sehr komplex dargestellt und auch die Ursache für Alberts Stottern läßt sich nur aus dem Zusammensetzen einzelner Szenen und Sequenzen erahnen. Von Rosi

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Die Wand

Dei wand
Die Wand. Drama. Laufzeit 103 Min. FSK ab 12 J. 2012

Die Wand ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans der Schriftstellerin Marlen Haushofer aus dem Jahr 1963. Der 2012 von Julian Pölsler verfilmte Stoff beschreibt das Leben einer Frau, die in aller Radikalität von der Zivilisation abgeschnitten wird. Die Frauenrolle verkörpert M. Gedeck über weite Strecken des Films ganz allein.

Die 40-jährige namentlich nicht genannte Erzählerin reist mit ihrer Cousine Luise und deren Ehemann Hugo an einem Wochenende zu einer Jagdhütte ins Gebirge. Am nächsten Morgen vermisst sie jedoch ihre Begleiter und verlässt die Hütte, um sie zu suchen. Doch sie stößt an eine gläserne Wand, hinter der alles Leben wie erloschen scheint. Zögerlich nimmt die Frau ihr Schicksal an und lernt sich allmählich von verbliebenen Vorräten, den Früchten und Tieren des Waldes und ihrem Garten zu ernähren. Zu der Sorge um ihre eigene Existenz kommt dabei bald die Sorge um verschiedene Tiere, die ihr zulaufen: neben einem Hund und Katzen,  eine trächtige Kuh und zum Schluss eine weiße Krähe.
Während eines Winters holt sie ihre Notizen hervor und fertigt den vorliegenden Bericht an – ohne zu wissen, ob ihn jemals jemand zu Gesicht bekommen wird.

Die Verfilmung ist eng an der Romanvorlage von Marlen Haushofer geblieben. Viele Textpassagen werden original zitiert. Sehr gefallen haben mir die  vom Regisseur ausgewählten Bach-Partiten, die dem Film Leichtigkeit verleihen. Besonders aber die stimmungsvollen Aufnahmen der Naturlandschaften sind ein Genuss. Die Wälder sind in ein mystisches Grau-Blau getaucht, majestätisch thronen die Berge darüber, weißer Schnee überzieht die Felder, das warme Gold-Gelb der Sonne bescheint die grünen Wiesen. Der Betrachter fühlt mit den Farben.
Toll umgesetzt finde ich die Darstellung der Wand, die lediglich durch ein akustisches Geräusch visualisiert wird. Eine Art elektromagnetisches Brummen, das die Erdrotation verursacht, und das manche Menschen angeblich zu hören in der Lage sind.

Die Frau entschließt sich – trotz der Isolation – nicht aufzugeben. Die Wand hat sie zwar von ihren Mitmenschen getrennt – zugleich aber ist die Trennwand zwischen Mensch und Natur eingerissen. Worum es sich bei der Wand handelt und wann und ob die Frau jemals frei kommt wird nicht geklärt. Die Erzählung klingt jedoch optimistisch aus; so heißt es unter anderem am Ende: „Seit heute früh weiß ich sicher, dass Bella ein Kalb haben wird. Und, wer weiß, vielleicht wird es doch wieder junge Katzen geben.“

Wer sich darauf einlassen kann, philosophische und psychologischen Fragen zu stellen, sollte sich den Film unbedingt anschauen! Denn nirgends hat der Mensch so viel Gelegenheit zur Reflektion – wie in der Einsamkeit. Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Cloud Atlas

Cloud Atlas. Drama, Sience Fiction. Laufzeit 172 Min. Ab 12
Cloud Atlas. Drama, Sience Fiction. 2012. Laufzeit 172 Min. FSK ab 12

Cloud Atlas ist eine Literaturverfilmung aus dem Jahr 2012 nach David Mitchells Roman „Der Wolkenatlas“. Die US-Amerikaner Lana und Andy Wachowski und der Deutsche Tom Tykwer schrieben gemeinsam das Drehbuch und führten Regie. Cloud Atlas gilt als einer der teuersten bis dahin produzierten Independent Filme. Die zahlreichen Hauptrollen sind besetzt mit Tom Hanks, Halle Berry, Ben Whishaw, Susan Sarandon, Hugh Grant u.a.

Die Geschichte behandelt sechs verschiedene Schicksale, die einen Zeitraum von 500 Jahren umfassen. 1849: Der amerikanische Anwalt Adam Ewing bereist den Pazifik und erkennt das unmenschliche Prinzip der Sklaverei. 1936: Der junge und geniale Komponist Robert Frobisher wird von einem alternden Kollegen ausgebeutet. 1973: Die aufstrebende Journalistin Luisa Rey recherchiert über einen fehlerhaften Atommeiler. 2012: Der Verleger Timothy Cavendish landet, auf böse Empfehlung seines Bruders, in einem Altenheim und plant seine Flucht. 2144: Ein weiblicher Klon wird des Verbrechens angeklagt ein Mensch sein zu wollen. 2346: Der einfache Ziegenhirte Zachary stellt sich mutig gegen übernatürliche Kräfte.

Alle Geschichten beschreiben eigentlich den sich ewig wiederholende Kampf um Freiheit. Die einzelnen Handlungsstränge sind erzählerisch eng miteinander verbunden. Die sechs Zeitebenen wechseln sich ständig ab. So entsteht für den Betrachter der Eindruck von Gleichzeitigkeit. Fast alle Hauptdarsteller treten, mehrere Figuren und Charaktere verkörpernd, in den sechs Segmenten auf. Sie transformieren sich immer wieder über die Zeit und sogar über ihre Hautfarbe und Geschlecht hinweg. So wird bildlich verdeutlicht, dass Menschen keine autarken Inseln sind, sondern Teile aus einem unendlichen Strom aus Ideen und Gefühlen, aus Verfehlung und Erkenntnis, aus Genen und Gedanken.

Ich finde in Cloud Atlas viele gute und neue Ideen sehr faszinierend umgesetzt. Anfangs schnell Zusammenhänge herzustellen überfordert schon, doch ist dieser erste Zustand der Unübersichtlichkeit überwunden, erschließt sich die Geschichte und man kann sich emotional ihren Bildern nicht mehr entziehen. Es lohnt sich ein zweites und drittes Mal in den Film einzutauchen, es lassen sich immer wieder neu bisher ungesehene Zusammenhänge entdecken. Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

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