Unter der Drachenwand: Arno Geiger

Geiger, Arno:
Unter der Drachenwand : Roman / Arno Geiger. – 1. Auflage. – München : Carl Hanser Verlag, 2018. – 480 Seiten

Das Buch spielt 1944 zum Ende des Zweiten Weltkrieges am Mondsee in Österreich.

Veit Kolbe ist als deutscher Soldat an der Ostfront verwundet worden. Durch eine Granate mittelschwer verletzt, kommt er zur Genesung an diesen vermeintlich idyllischen Ort. Er hat alles erlebt, was man als deutscher Soldat der Wehrmacht erleben kann, hat alle Verbrechen dieser Zeit gesehen und ist verwundert, dass er nach 5 Jahren an der Front noch immer am Leben ist.
Als ein Beschädigter, Pervitin und -Drogenabhängiger geht er zu seinem Onkel, der vor Ort Postenkommandant und als solcher in der Lage ist seinem Neffen ein Quartier zu beschaffen.

Veit ist froh davon gekommen zu sein und möchte so schnell nicht wieder eingezogen werden. Von da ab, dort am Mondsee entfaltet sich der Erzählraum unter der Drachenwand über Verschickte, Geflohene und Verwundete, die der Krieg irgendwie zusammen gebracht hat. Für Veit ist es ein Atemholen auf der Flucht.

Arno Geiger kommt seinen Figuren sehr nahe. Die Schilderung der Ängste, Schmerzen, der Verzweiflung aber auch der zarten Freude bringt sehr viel über die Menschen hervor. Als Leser erfährt und durchlebt man dies ähnlich.

Sibi

Hier kannst du dich vormerken.

Alle Zeit: Kathrin Gerlof

lle zeit
Kathrin Gerlof. Alle Zeit. 229 Seiten. Aufbau-Verlag. 2009

Ein Roman über Geburt und Altwerden, über Vergessen und nicht vergessen können.

Eine traurige Geschichte,
aber gut geschrieben.

Ein Buch zum „Drübernachdenken“
Von der Holländerin

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Wie ein Stein im Geröll: Maria Barbal

Marcia basal: wie ein Stein im Geröll. Seiten. Transit 2009
Maria Barbal: Wie ein Stein im Geröll. 190 S. Heyne. 2009

Die Geschichte der Bergbauerntochter Conxa, die ihre große Liebe im Spanischen Bürgerkrieg verliert.

 

Ein Buch mit Tiefgang,
wunderbar!
Von der Holländerin

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden.
Hier kannst du dich vormerken.

Die Wand

Dei wand
Die Wand. Drama. Laufzeit 103 Min. FSK ab 12 J. 2012

Die Wand ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans der Schriftstellerin Marlen Haushofer aus dem Jahr 1963. Der 2012 von Julian Pölsler verfilmte Stoff beschreibt das Leben einer Frau, die in aller Radikalität von der Zivilisation abgeschnitten wird. Die Frauenrolle verkörpert M. Gedeck über weite Strecken des Films ganz allein.

Die 40-jährige namentlich nicht genannte Erzählerin reist mit ihrer Cousine Luise und deren Ehemann Hugo an einem Wochenende zu einer Jagdhütte ins Gebirge. Am nächsten Morgen vermisst sie jedoch ihre Begleiter und verlässt die Hütte, um sie zu suchen. Doch sie stößt an eine gläserne Wand, hinter der alles Leben wie erloschen scheint. Zögerlich nimmt die Frau ihr Schicksal an und lernt sich allmählich von verbliebenen Vorräten, den Früchten und Tieren des Waldes und ihrem Garten zu ernähren. Zu der Sorge um ihre eigene Existenz kommt dabei bald die Sorge um verschiedene Tiere, die ihr zulaufen: neben einem Hund und Katzen,  eine trächtige Kuh und zum Schluss eine weiße Krähe.
Während eines Winters holt sie ihre Notizen hervor und fertigt den vorliegenden Bericht an – ohne zu wissen, ob ihn jemals jemand zu Gesicht bekommen wird.

Die Verfilmung ist eng an der Romanvorlage von Marlen Haushofer geblieben. Viele Textpassagen werden original zitiert. Sehr gefallen haben mir die  vom Regisseur ausgewählten Bach-Partiten, die dem Film Leichtigkeit verleihen. Besonders aber die stimmungsvollen Aufnahmen der Naturlandschaften sind ein Genuss. Die Wälder sind in ein mystisches Grau-Blau getaucht, majestätisch thronen die Berge darüber, weißer Schnee überzieht die Felder, das warme Gold-Gelb der Sonne bescheint die grünen Wiesen. Der Betrachter fühlt mit den Farben.
Toll umgesetzt finde ich die Darstellung der Wand, die lediglich durch ein akustisches Geräusch visualisiert wird. Eine Art elektromagnetisches Brummen, das die Erdrotation verursacht, und das manche Menschen angeblich zu hören in der Lage sind.

Die Frau entschließt sich – trotz der Isolation – nicht aufzugeben. Die Wand hat sie zwar von ihren Mitmenschen getrennt – zugleich aber ist die Trennwand zwischen Mensch und Natur eingerissen. Worum es sich bei der Wand handelt und wann und ob die Frau jemals frei kommt wird nicht geklärt. Die Erzählung klingt jedoch optimistisch aus; so heißt es unter anderem am Ende: „Seit heute früh weiß ich sicher, dass Bella ein Kalb haben wird. Und, wer weiß, vielleicht wird es doch wieder junge Katzen geben.“

Wer sich darauf einlassen kann, philosophische und psychologischen Fragen zu stellen, sollte sich den Film unbedingt anschauen! Denn nirgends hat der Mensch so viel Gelegenheit zur Reflektion – wie in der Einsamkeit. Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Aller Tage Abend: Jenny Erpenbeck

Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend. 288 Seiten. Albrecht Knaur Verlag. 2012
Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend. 288 S. Albrecht Knaur Verlag. 2012

Mit dem Evangelischen Buchpreis 2013 ist die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck für ihren Roman „Aller Tage Abend“ ausgezeichnet worden.

Aus der Begründung der Jury: Was bestimmt unser Leben? Die  Herkunft, die Politik, der Zufall, das Schicksal? Mit „Aller Tage Abend“ hat Jenny Erpenbeck einen in Inhalt und Form herausragenden Roman über die Grundfragen der menschlichen Existenz geschrieben.

Der Evangelische Buchpreis 2013 wird zum 35. Mal verliehen. Er ist ein Leserpreis, dessen Auswahl ausschließlich auf Vorschlägen von Leserinnen und Lesern beruht und wurde der Preisträgerin am 15. Mai 2013 in der Alten Handelsbörse in Leipzig verliehen.

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Gebt doch bitte eure Leserfahrungen zu diesem Buch oder Informationen über Jenny Erpenbeck weiter und schreibt einen Kommentar. Wir freuen uns!

Wir sind doch Schwestern: Anne Gesthuysen

Anne Gesthuysen: Wir sind doch Schwestern. 416 S. Kiepenheuer & Witsch. 2012
Anne Gesthuysen: Wir sind doch Schwestern. 416 Seiten Kiepenheuer & Witsch. 2012

Eine berührende biographische Geschichte über drei Schwestern, die ein ganzes Jahrhundert erlebt haben.

Auf besondere Weise  wird das Leben der drei Schwestern, Gertrud, 100 Jahre alt, Paula, 98 Jahre alt und Katty, 84 Jahre alt beschrieben. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, gehen die Schwestern alle ihren Weg, sind sich nicht immer einig und auch nicht immer gut gesonnen, wenn es aber darauf ankommt, gilt der Grundsatz „Wir sind doch Schwestern“.

Nun sind die drei hochbetagt zusammengekommen, um den 100. Geburtstag von Gertrud zu feiern. Sie wollen ihre Zukunft planen, doch vorher gilt es, die Vergangenheit zu klären. Und da gibt es einiges zu besprechen. In fast dreihundert Jahren Leben häufen sich Schicksalsschläge, Krisen und Verstrickungen zu einem riesigen Berg an Geschichten, der sorgsam abgetragen werden will. Eindringlich verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und entfacht dabei ein Feuerwerk von Geschichten, die sich quer durch das 20. Jahrhundert ziehen.

Ein lustiger, wunderbarer Familienroman, der warmherzig und unterhaltend über drei außergewöhnliche Frauen und ein bewegtes Jahrhundert erzählt und darüber den Leser nachdenken lässt.
Von Natalja aus Lüneburg

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Zu zweit tut das Herz nur halb so weh: Julie Kibler

Julie Kibler:
Julie Kibler: Zu zweit tut das Herz nur halb so weh. 320 S. Pendo Verlag. 2012

Zwischen der 90-jährigen Isabelle und ihrer jungen, farbigen Friseurin Dorrie hat sich in den letzten Jahren eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. Nun hat Isabelle eine dringende Bitte an Dorrie: Sie soll sie zu einer Beerdigung weit entfernt begleiten.
Auf ihrer langen gemeinsamen Reise mit dem Auto kommen sich die beiden Frauen sehr nahe. Isabelle lüftet ihr lang gehütetes Geheimnis und erzählt Dorrie aus der Vergangenheit in Kentucky 1939. Damals verliebte sich Isabelle in Robert, den Sohn der farbigen Hausangestellten. In dieser Zeit war die Liebe einer weißen Frau zu einem Farbigen verboten und brachte einige Gefahren mit sich. Entgegen aller Warnungen setzten sich Isabelle und Robert in ihrer Liebe über alle Konventionen und den Widerstand ihrer Familien hinweg. Und damit begann ein Drama, für das die beiden einen hohen Preis zahlen mussten…

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Isabelle und Dorrie erzählt, die Vergangenheit vermischt sich mit der Gegenwart und auch die Probleme in Dorries Leben erscheinen in einem neuen Licht. Ein fesselnder und sehr berührender Roman, der auch deutlich macht, wie schwierig und vorurteilsvoll die Beziehung zwischen Weißen und Farbigen war und zum Teil auch heute noch ist. Von Andrea

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen weden. Hier kannst du dich vormerken..