Liberace. Zu viel des Guten ist wundervoll

LIberace. zuviel des Guten ist wundervoll. Regeie Steven Soderberg mit Michael Douglas, Matt Damon. 2014. Lauflänge 114. FSK ab 12 J.
LIberace. Zu viel des Guten ist wundervoll. Regie Steven Soderberg mit Michael Douglas, Matt Damon. 2014. Lauflänge 114. FSK ab 12 J.

Liberace, eine wirkliche und gelebte Figur aus den 70er Jahren, lag ein Millionen Publikum zu Füßen. Als virtuoser Pianist und Entertainer begeisterte er in seinen legendären Las Vegas Shows in unbeschreiblich pompösen Glitzerkostümen nicht nur die Frauen.
Die Verfilmung dieser Ausnahme Erscheinung setzt ein im Sommer 1977, als der attraktiver Jüngling Scott Thorson, ein einfacher Junge aus der Provinz, dessen Garderobe betritt und von Liberace über Nacht zum Prinzen verwandelt wird. Zwischen den beiden entwickelt sich eine ehrliche und gegenseitige Liebesgeschichte, die zwar von Exzessen und gruseligen Schönheits-OPs ebenso begleitet wird, wie von großen Gefühlen und Eifersucht.

Steven Soderberghs gelungene Verfilmung zeigt Michael Douglas als Liberace und Matt Damon als Scott. Die Kostüme und die Ausstattung sind neben der schauspielerischen Leistung umwerfend und absolut sehenswert. Bitte darauf achten, was Liberace antwortet auf die Frage, „Wie er denn mit so vielen Ringen so schnell Klavier spielen könne?“ … Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Die Kunst sich die Schuhe zu binden

Die kunst sich die Schuhe zu bnden Lena Koppel
Die Kunst sich die Schuhe zu binden. Lena Koppel. Komödie. 97 Minuten. FSK frei o. Alterseinschränkung. 2013

Ein junger Mann, ca. Ende 20, bekommt sein Leben nicht auf die Reihe, verspricht seiner Freundin und der Tochter ständig, dass er sich ändert, an alles denken wird und er sich verbessert. Doch er vergisst es, die Kleine abzuholen. Er beteuert, das würde nicht wieder vorkommen. Nur glaubt seine Freundin nicht mehr daran und setzt ihn vor die Tür. Auch die Theaterkarriere ist vorbei, weil er anders agiert als die Mitspieler ihn brauchen, und er somit job- und beziehungslos ist. Auf dem Arbeitsamt gibt es nichts für ihn, bis auf einen Job als Betreuer in einer Einrichtung für erwachsene Menschen mit Behinderungen, dazu gibt es eine Wohnung. Der Angestellte des Arbeitsamtes zweifelt, ob Alex, so heißt der junge Mann, diese Betreuung hinbekommt. Zuerst lockt ihn mehr die Wohnung. So versucht sich Alex in diesen Job hineinzufinden.
Er wird argwöhnisch beäugt von einer anderen Angestellten der Einrichtung, er eckt an bei der Heimleitung und bei den Eltern der erwachsenen Kinder. Die sind eher beschützend und vorsichtig gegenüber Neuerungen.
Mit seinem Hang die Dinge anders zu sehen und zu nehmen, zeigt er ihnen was er verändern will. Einfach mal etwas anders machen, nicht jahrelang der gleiche Trott…

Als Zuschauer stellt sich die Frage, wie alt muß man werden, um einfach mal Dinge zu erleben und zu machen, an denen er Spaß hat. Über die Musik, die sie alle verbindet, finden sie Zugang zueinander. Jeder nimmt den anderen so wie er ist. Die Heimbewohner merken, was sie an Alex haben, weil er sich für sie einsetzt.
Sie wollen bei „Schweden sucht den Superstar“ mitmachen, die Eltern und die Heimleitung gehen auf die Barrikaden, die Heimbewohner wehren sich… wird es ihnen gelingen teilzunehmen? Schaffen sie es die Zuschauer und Zuhörer mitzureissen? Und was hat es mit der Kunst sich die Schuhe zu binden auf sich?

Anfänglich habe ich gezweifelt, weil der Film als Komödie angepriesen wird, worüber ich lachen darf. Mit der Zeit habe ich mitgefühlt und gelacht, es gab dazu ernste Sachen, insgesamt darf der Zuschauer teilhaben und sehen, wie Alex mit seinen Aufgaben in die Verantwortung ebenfalls für sein Leben wächst. Das ist schon sehenswert, dazu die pfiffigen Ideen der Heimbewohner ihre Vorlieben durchzusetzen… jeder lernt hier etwas.

Im Abspann des Filmes wird daraufhin gewiesen, das es eine wahre Geschichte ist. Ich finde ihn empfehlenswert für die ganze Familie. Evtl. gibt es Gesprächsstoff über die Hobbies und Vorlieben und wie sie miteinander arrangiert werden, so daß alle zufrieden sein können.
Von AsDa

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Zara – Alles neu: Ulrike Schrimpf

Ulrike Schrimpf: Zara-Alles neu. 224 Seiten. Aladin. 2013
Ulrike Schrimpf: Zara-Alles neu. 224 Seiten. Aladin Verlag. 2013

Für die 11-jährige sensible Zara ist das Leben gerade voller Probleme, ihr Vater ist weit weg und die vielen vorpubertären Missverständnisse mit ihrer Mama machen es auch nicht einfacher. Zum Glück gibt es da aber noch ihren Onkel Benno und ihre Freundin Perihan, die Zara bei all ihren Problemen helfen und sie unterstützen. Flüssig und unverkrampft erzählte Geschichte für Mädchen ab 10.

Als Zara am Anfang des neuen Schuljahres vom Wettbewerb „Schule-macht-Musik“ erfährt, will sie unbedingt mitmachen. Denn Zara schreibt eigene Rapsongs, am liebsten über starke Mädchen, solche Mädchen wie die rote Zora, die Hauptfigur aus ihrem Lieblingsbuch, so wie Zara auch gerne wäre. Wenn ihr Leben nur gerade nicht so chaotisch und voller Probleme wäre: ihr geliebter Paposchka lebt gerade weit weg von Berlin in Paris, ihr Bruder Jonathan, von Zara liebevoll Johnnie-Poponnie genannt (er hat das Down-Syndrom), wird an ihrer Schule eingeschult und ständig geärgert, Mama ist auf einem Yoga-Tripp, himmelt ihren Guru an und ist einfach nur peinlich, der neue Mitschüler Elias ein Nerd und Schleimer und ihre allergrößte Feindin in der Klasse sorgt dafür, dass Zara aus ihrer eigenen, neu gegründeten Band geworfen wird. Doch zum Glück sind da noch ihr Onkel Benno, mit dem sie zusammen super Musik hören kann und ihre türkische Freundin Perihan, mit der sie alles besprechen kann, die Zara in dieser schwierigen Zeit helfen und unterstützen. Dank diesen beiden und dank Elias, der sich als guter Freund entpuppt, kann Zara doch noch ihren eigenen Zora-Zara-Song aufführen.

Flüssig und flott erzählte Geschichte, überzeugend geschrieben aus der Sicht von Zara, sprachlich der Lebenswelt von 11-Jährigen angepasst und mit vielen für diese Altersgruppe erkennbaren Problemen. Aber auch das Thema „Anderssein“ wird in diesem Buch unverkrampft thematisiert. Von Helene

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Les Misérables

Les Miserables. 2 Std. 37 Min. Drama, Musik. FSK ab 12. 2013
Les Miserables. 158 Min. Drama, Musik. FSK ab 12. 2013

Die Leinwandadaption „Les Misérables“ des gleichnamigen Broadway-Musicals von Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto), basiert auf dem Roman von Victor Hugo „Die Elenden“.
Die Verfilmung, die sich eng an die Bühnenversion hält und kaum gesprochene Dialoge aufweist, wird von Oscar-Gewinner Tom Hooper (The King’s Speech) mit großen Gesten in Szene gesetzt.
So zeigt die 1815 angesiedelte, beindruckende Anfangs-Sequenz eine Sträflingskolonne, wie sie ein riesiges Schiff in den Hafen ziehen muss. Zu ihr gehört Valjean (Hugh Jackman), der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat. Valjeans hasserfüllter Gegenspieler ist der Justizvollzugsbeamte Javert (Russell Crowe).
Nach seiner Freilassung macht Valjean eine tiefgreifende religiöse Erfahrung, taucht unter und hat sich acht Jahre später vom Sünder zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. Er macht Bekanntschaft mit der ledigen Mutter Fantine (Anne Hathaway), die ohne Valjeans Wissen aus seiner Fabrik geworfen wird und deshalb als Prostituierte ihre kleine Tochter Cosette durchbringen muss. An Fantines Sterbebett verspricht Valjean sich ihrer Tochter anzunehmen, die er zunächst in Paris aus den gierigen Fängen der Wirtshausbetreiber Monsieur und Madame Thénardier (Sacha Baron Cohen, Helena Bonham-Carter) befreien muss.
Jahre später verliebt sich die erwachsene Cosette (Amanda Seyfried) in den Revolutionär Marius (Eddie Redmayne). Er gehört einer Gruppe von Studenten an, die gegen die Monarchie auf die Barrikaden geht. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden dennoch vereint.

Entstanden ist eine opulente und Emotionen tragende Leinwandverfilmung von Victor Hugos zeitloser Geschichte über Elend und Erlösung, über unerfüllte Liebe und scheiternde Träume. Licht und Maske tragen wesentlich dazu bei, diesen historisch bewegenden Abschnitt der französischen Geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts filmisch zu prägen.
Von Sibylle

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1913: Florian Illies

Florian Illies. 1913 - Der Sommer des Jahrhunderts. 320 Seiten. Fischer. 2012
Florian Illies. 1913 Der Sommer des Jahrhunderts. 320 Seiten. Fischer. 2012

Florian Illies erstellt in seinem Buch ein kunstvolles Mosaik des Jahres 1913.
Er beschreibt die Welt im Umbruch, die Künstler und Kunstwerke des Jahres 1913, die Geschichte machten.
In diesem Jahr werden die Malerei und die Musik ins Extreme gesteigert.
In den Metropolen Europas begegnen wir vielen Künstlern, die mit ihren Werken unsere Kunstwelt prägten. Wir treffen Rilke, ewig zaudernd. Freud, der zunehmend depressiv wird. Proust, eingeschlossen in seinen Erinnerungen „ Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“. Kafka, der einen 22 Seiten langen Heiratsantrag verfasst, um auf seine Leiden und Fehler hinzuweisen. Die Liebesgeschichte von Alma Mahler und Oskar Kokoschka wird erzählt, wie auch die Erfindung des Jazz durch Louis Armstrong.

Das Buch enthält ein buntes Panorama an Begebenheiten und Anekdoten aus der Welt der Kunst und unterhält nicht zuletzt durch die Mutmaßungen des Autors.
Aus heutiger Sicht spürt man etwas Bedrohliches oder assoziiert den Zerfall und die Extreme mit Zerstörung und Krieg. Leider wurde auf die Beschreibung der Lebenssituation der Arbeiterschaft verzichtet auch die Politik und die sozialen und gesellschaftlichen Veränderungen finden keinen Eingang.
Das Buch ist trotz dieser Schwäche sehr unterhaltend und weckt das Interesse an den Kunstwerken der Protagonisten.
Es erzählt in unterhaltsamer weise die Entwicklung der Kunst des Jahres 1913 aus europäischer Sicht und die gegenseitige Einflussnahme von Literatur, Malerei und  Musik.
Von Diana aus Bad Sobernheim: Öff. Bücherei Kulturhaus Synagoge

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