Elixirium – Das gefährliche Erbe des Apothekers: Maile Meloy

Das Gefährliche Erbe des Apothekers
Maile Meloy. Elixirium. Das Gefährliche Erbe des Apothekers. 396 Seiten. Coppenrath. 2013

Jane und Benjamin hüten die „Pharmacopeia“, ein Buch voller jahrhundertealter alchemistischer Geheimnisse. Hierdurch geraten sie in ein gefährliches Abenteuer in der Zeit des Kalten Krieges. Mit Mut und dank alchemistischer Verwandlungskünste können sie den Geheimagenten entkommen und den Kampf gegen die verheerenden Folgen einer Atombombe aufnehmen. Ein rasantes Abenteuer für Jungen und Mädchen ab 12.

1952: Die 14-jährige Jane muss mit ihren Eltern, die es als Kommunisten sehr schwer haben in Amerika, von Los Angeles nach London, das noch vom zweiten Weltkrieg gezeichnet ist, ziehen. Sie fühlt sich nicht sehr wohl in dieser Stadt. Das ändert sich aber, als sie den benachbarten Apotheker und seinen Sohn Benjamin kennenlernt. Eines Tages verschwindet der Apotheker. Kurz vorher vertraut er seinem Sohn und Jane ein Buch mit dem geheimnisvollen Titel „Pharmacopeia“ an und nimmt ihnen das Versprechen ab, mit niemanden über dieses Buch zu sprechen. Durch dieses Buch geraten die beiden dann in abenteuerliche, teils lebensgefährliche Situationen. Sie werden vom russischen und deutschen Geheimdienst verfolgt, ein alter Freund, der ihnen hilft den Inhalt des Buches zu verstehen, wird ermordet, sie landen im Gefängnis, können, verwandelt in Vögel, fliehen und erfahren schließlich, dass der Apotheker zu einem Geheimbund gehört, der versucht einen Atombombenversuch auf der russischen Insel Nova Zembla zu verhindern. Heimlich schleichen sich die Kinder auf das Schiff, mit dem der Apotheker und seine Freunde des Geheimbundes sich auf den Weg machen in den kalten Norden. Ob Jane, Benjamin und die Mitglieder des Geheimbundes es schaffen werden, die atomare Katastrophe zu verhindern?

Ein sehr spannendes Buch aus der Zeit des Kalten Krieges, mit Fantasy-Elementen aber auch explosiven alchemistischen Geheimissen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Jane, die im Jahr 2011 ihr Tagebuch zurückerhält und sich nun wieder an das Passierte aus 1952 erinnern kann. Höchstspannend, rasant erzählt, mit geheimnisvollen schwarz-weißen Bleistiftillustrationen. Von Helene

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Honig: Ian McEwan

Ian Mc Ewan: Honig
Ian McEwan: Honig. 448 Seiten. Diogenes. 2013

Nach dem Studium der Mathematik verliebt sich Serena in einen schwerkranken Kriegsveteranen. Durch ihn erhält sie eine Stelle beim Geheimdienst MI5, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, vor allem junge Schriftsteller, die mit der britischen Regierung konform gehen, finanziell zu unterstützen.

In den 70er Jahren, der Zeit des kalten Krieges herrschen in England soziale Unruhen, eine große Energiekrise und der Nordirlandkonflikt ist noch nicht ausgestanden. Mit Hilfe der finanziellen Förderung verspricht sich der Geheimdienst, Schriftsteller beeinflussen zu können und so den aufkommenden Kommunismus zu bekämpfen. Offiziell wird ihnen glaubhaft gemacht, dass eine kulturelle Stiftung an ihrem Erfolg interessiert sei und sie aus diesem Grunde fördere.

Serena, die schon immer gerne und viel gelesen hat, übernimmt die Operation „Honig“. Ihre Aufgabe ist es, den Schriftsteller Tom Haley davon zu überzeugen, dass die kulturelle Stiftung ihn ganz uneigennützig unterstützt. Ihr einziger Grund sei, ihm den Rücken finanziell freizuhalten, weil ihr seine bisherigen Veröffentlichungen so gut gefallen hätten.

Gleich nach den ersten Treffen verlieben sich Serena und Tom ineinander und verbringen die Wochenenden gemeinsam. Sie sprechen viel über englische Literatur und über Tom Haley`s Texte, und Serena glaubt, dadurch ihren Freund besser kennen und verstehen zu lernen. Für sie wird es eine immer größere Belastung, dass sie ihm nichts über ihre Tätigkeit beim Geheimdienst sagen kann, da sie sich sicher ist, dass die ganze Wahrheit das Aus ihrer Liebe bedeuten würde.

Während zu Beginn der Eindruck erweckt wird, es handele sich um eine Spionagegeschichte, rückt Ian Mc Ewan im weiteren Verlauf die Liebesgeschichte in den Vordergrund. Genial ist das Ende der Geschichte, mit dem sicherlich niemand rechnet. Erst jetzt wird dem Leser klar, wie Mc Ewan ihn über einen längeren Zeitraum getäuscht und auf falsche Fährten geführt hat.

Auch wenn zwischendurch einige Längen aufkommen, ist das Buch sehr unterhaltsam und erinnert noch einmal an die politische und soziale Situation der 70er Jahre.
Das Beste allerdings ist der Schluß!
Von Agnes

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Dame König As Spion

Blu-ray. 2012. FSK 12
Dame König As Spion. Krimi, Thriller. Blu-ray. Lauflänge 127 Min. 2012. FSK 12

„Dame König As Spion“ ist ein britischer Spionagefilm aus dem Jahr 2011. Der Thriller ist die Literaturneuverfilmung des gleichnamigen Romans von John Le Carré aus dem Jahr 1974. Die zahlreichen Hauptrollen sind meisterhaft besetzt mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, Ciarán Hinds, Benedict Cumberbach, John Hurt u.a

Die Geschichte nimmt ihren Lauf in Budapest der siebziger Jahre, dort wird ein britischer Agent erschossen, er wurde verraten. Control (John Hurt) leitet im fernen London eine interne Untersuchung ein – es muss einen Maulwurf geben im MI6, dem britischen Auslandsgeheimdienst, er will ihn enttarnen; und dabei ist er sich gar nicht sicher, ob nicht George Smiley (Gary Oldman), dem er eigentlich traut, der Verräter sein könnte.

In unserer Erinnerung weisen wir den Jahrzehnten Farben zu, die Siebziger sind die Dekade der Brauntöne, sie schaffen ein gutes Grundgefühl für diesen Film, der in jeder Hinsicht eine Reise zurück ist in die Zeit des Kalten Krieges, in wundervollen Dekors – sehr schön nachgebaute, verwohnte Apartments und Büros, die nicht zeigen, dass früher die Menschen immer in frisch gestrichenen Räumen mit neuen Möbeln gewohnt hätten. Die Szene in der Ladenpassage in Budapest in welcher der Agent erschossen wird, ist ein gutes Beispiel dafür, wie diese Geschichte von Bildern getragen wird – alles hat Retro-Charme, man weiß nie so recht, ob man diese längst vergangenen Siebziger schön oder hässlich finden soll.

Vor allem aber ist dieser Film eine altmodische Erzählung. Alles, was mit Thriller zu tun hat, ist heutzutage auch Actionfilm, überbieten sich gegenseitig in Geschwindigkeit und Atemlosigkeit und rasant geschnittenen Bildern. Es geschehen in „Dame König As Spion“ keine Verfolgungsjagden mit dem Speed Boot in der Karibik. John le Careés Figur des Smiley war damals schon der Gegenentwurf zum James Bond Agenten, dem smarten Lebemann.

Der Film ist eine absolute Empfehlung! Es ist ein Genuss Gary Oldmans Verkörperung des Smiley zu folgen, in der er Alec Guinness in seiner frühen BBC-Verfilmung ganz nahe kommt. Von Sibylle

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