Die Bücherdiebin

Die Bücherdiebin. DVD. Spieledauer: 127 Minuten. FSK ab 6 Jahren. 2014
Die Bücherdiebin. DVD. Spieledauer: 127 Minuten. FSK ab 6 Jahren. 2014

Was Liesel Meminger trotz ihres jungen Alters schon erlebt hat ist schlimm… im 2. Weltkrieg zusammen mit ihrem jüngeren Bruder von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben, da sie Angst hatte, sie nicht ausreichend versorgen zu können. Während der Fahrt verstirbt dieser  Bruder  und jetzt ist sie völlig allein mit sich. Sie sammelt Bücher. „Es war nicht immer meins….“, sagt sie, wenn sie gefragt wird, ob es ihr Buch ist.

Von Rosa und Hans Hubermann wird sie adoptiert. Rosa bestimmt und gibt ihrem Mann Anweisungen, die auch Liesel zu befolgen hat. U.a. „Du sagst jetzt Mama zu mir“. Frau Hubermann erscheint anfangs hart mit sich und den Menschen um sich herum umzugehen.
Doch Hans erobert Liesels Herz, mit einem gewissen Charme. Da sie Probleme in der Schule hat, lernt er zusammen mit ihr.
Die Stimme des Erzählers im Film aus dem „Off“ ist verständnisvoll, einschmeichelnd und so taucht der Zuschauer ab in Liesels Welt.
Ein Nachbarsjunge, Rudi, verbringt viel Zeit mit ihr in der Schule und danach in ihrer Freizeit, beim Fussballspielen in der Straße, doch auch, wenn Liesel Wäsche an die Leute ausliefert, für die ihre Mutter sie gewaschen und gebügelt hat.
Sie wachsen in die damalige NS-Strömung hinein, sind zusammen in der „Hitler-Jugend“, in der es gefährlich wird, wenn man nicht mitmacht…. Familie Hubermann wird eines Tages von einem jungen Mann , Max, besucht, der länger bei ihnen bleibt, und Liesel und er tauchen ein in die Welt der Bücher und Literatur. Auch er sammelt Bücher, die nicht immer seine waren….
Mir hat der Film gefallen, die besonderen Beziehungen in dieser Zeit konnte ich nachvollziehen, diesem Charme der Darsteller konnte ich mich nicht entziehen. Ein Film zum nachdenken und fühlen…Von AsDa

Markus Zusak: die Bücherdiebin. 592 Seiten. cbj. 2008
Markus Zusak: Die Bücherdiebin. 592 Seiten. cbj. 2008
Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden.
Hier kannst du dich für die DVD vormerken.
Das gleichnamige Buch kann ebenfalls in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du das Buch vormerken.

Mittelstadtrauschen: Margarita Kinstner

Margarita Kinstner. Mittelstadtrauschen. Roman. 2013
Margarita Kinstner. Mittelstadtrauschen. 285 S. Wien: Deuticke. 2013

In einem Wiener Kaffeehaus verliebt sich Jakob auf den ersten Blick in Marie, seine Exfreundin Sonja lernt Gery, ehemals besten Freund von Marie und Pfleger von Jakobs Großmutter, kennen. Weitere Personen und deren Geschichten kommen hinzu und alle sind irgendwie miteinander verbunden ohne es zu wissen.
Die Geschichte beginnt in einem Wiener Kaffeehaus als Marie versehentlich eine Tasse Kaffee umstößt und somit Jakob, der an diesem Tisch sitzt, der Kaffee auf die Hose tropft. Jakob nimmt es gelassen, verliebt er sich doch beim Anblick der Verursacherin augenblicklich in sie. Er verlässt seine Freundin Sonja und kann sich ein Leben ohne Marie nicht mehr vorstellen. Marie ist nicht ganz so gefesselt von Jakob, hat sie doch Erlebnisse der Vergangenheit, vor allem ihre Beziehung zu Joe, der sich mit einem Sprung in die Donau das Leben genommen hat, noch nicht verarbeitet. Sonja ihrerseits lernt Gery kennen, den ehemals besten Freund von Joe und Pfleger von Jakobs Großmutter. So kommen noch einige weitere Personen dazu, deren Wege sich kreuzen und die alle irgendwie miteinander zu tun haben ohne es zu wissen.

Ein wunderbares Buch über Liebe, Freundschaft, Schicksale, Träume und Hoffnungen im Leben.

Das Buch hat einen besonderen Erzählstil, die Sprache ist mal lebendig, mal etwas sachter. Nebenbei wird auch die Stadt Wien sehr bildhaft beschrieben und man bekommt einen Einblick in das Leben der Wiener. Der Roman besteht aus fünf Teilen und jeder Teil hat zumeist viele kurze Kapitel, die von einer Person handeln. Zu Beginn hat man manchmal das Gefühl den Überblick zu verlieren, doch dies ändert sich schnell.
Von Andrea und Helene

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Ziemlich beste Freunde

Ziemlich beste Freunde
Ziemlich beste Freunde. Spieldauer 108 Min. 2012. FSK ab 6

Literatursalon---VorderseiteDer reiche Geschäftsmann Philippe ist seit einem Unfall beim Gleitschirmfliegen vom Hals an abwärts gelähmt. Nach dem Tod seiner geliebten Frau hat er seinen Lebensmut völlig verloren und lebt ein zurückgezogenes Leben in seinem Pariser Luxusdomizil, umgeben von einer Schar professioneller Angestellter.
Als er einen neuen persönlichen Assistenten sucht, bewirbt sich auch Driss, ein junger Kleinkrimineller aus den Pariser Banlieue. Driss möchte sich eigentlich nur eine Bescheinigung für das Arbeitsamt abholen, aber Philippe findet Gefallen an dem respektlosen jungen Mann und stellt ihn ein.
Mit seiner unbekümmerten Direktheit weckt Driss bei Philippe wieder Neugier auf das Leben und erdet gleichzeitig die absurden Exzesse des elitären gesellschaftlichen Umfelds von Philippe.
Im Gegenzug vermittelt Philippe Driss Vertrauen in seine Stärken und ermöglicht ihm einen bislang verwehrten Zugang zu Kunst und Bildung.
Die Freundschaft dieser beiden völlig unterschiedlichen Charaktere steht im Mittelpunkt dieser tragisch- komischen französischen Sozialromanze. Ihr großer Erfolg liegt in der Hoffnung, die sie vermittelt, die Gegensätze unserer Welt und die Schranken zwischen arm und reich, weiß und schwarz, behindert und nicht behindert können mit Menschlichkeit, Toleranz und Respekt überwunden werden.
Als Driss am Schluss ein Kennenlerndinner für Philippe und dessen Brieffreundin Eleonore arrangiert und Driss voller Selbstvertrauen mit einem Vermögen von 11000 Euro aus dem Verkauf seines ersten Gemäldes seinen eigenen Weg beschreitet, ist das Happyend dieses Real- Märchens perfekt.
Im Abspann wird noch einmal deutlich gemacht, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht.
Fotos von Philippe Pozzo di Borgo und Abdel Sellou, die die Inspiration zum Film lieferten, werden hier in freundschaftlicher Verbundenheit in ihrer neuen Heimat Marokko gezeigt.

Die mitreißende Kraft des Films kann sich dank durchweg hervorragender Darsteller entfalten.
Francois Cluzet verleiht der Mimik des gelähmten Philippe ungeheure Intensität, Omar Sy verkörpert hinreißend die ansteckende Lebensfreude des jungen Driss. Auch die Nebendarsteller, die Hausangestellten Yvonne und Magalie, überzeugen.
Das Drehbuch und Regie kommen aus einer Hand – von Olivier Nakache und Eric Toledano – und sind aus einem Guss.
Die berührende Geschichte wird in flottem Tempo erzählt mit gelungen platzierten Pointen und entlässt den Zuschauer mit dem warmen Gefühl, doch in einer Welt zu leben, in der Nächstenliebe und Hoffnung zu Hause sind.
Von Christine Lesepunkt: Waldbröl

Buch und Film können in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du den Film vormerken. Hier kannst du das gleichnamige Buch von Philippe Pozzo di Borgo vormerken.

Ein ganzes halbes Jahr: Jojo Moyes

Jojo  Moyes: Ein ganzes halbes Jahr. 512 Seiten. rororo. 2013
Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr. 512 Seiten. rororo. 2013

Das Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes erzählt die Geschichte von Louisa Clark, genannt Lou, und William Traynor, genannt Will.
Lou ist eine 26-jährige junge Frau, die noch bei ihren Eltern zuhause wohnt. Sie arbeitet in einem Café und liebt ihren Job über alles. Mit ihrem Gehalt versucht sie, so gut es geht, ihre Familie finanziell zu unterstützen. Denn in Lou’s Familie ist nur wenig Geld vorhanden, ihre Mutter pflegt den Großvater zu Hause, ihr Vater hat Angst davor, dass er seinen Job verliert und ihre Schwester muss ihr Kind versorgen. Der Inhaber des Cafés schließt dieses und Lou verliert ihren Job. Die Verzweiflung ist riesig, so dass sie sich auf den Weg zum Jobcenter macht. Dort bekommt sie, nach einigen nicht prickelnden Jobangeboten, dann einen Job als Pflegekraft angeboten. Lou ist sehr skeptisch, da sie keine Pflegeausbildung hat und eigentlich möchte sie auch keine fremden Menschen anfassen. Doch aufgrund der finanziellen Sorgen und nachdem ihr versichert wurde, dass sie nicht die körperliche Pflege übernehmen muss, geht sie zum Vorstellungsgespräch und bekommt schließlich auch den Job.
Sie kümmert sich von jetzt an um den 35-jährigen Will, der seit einem Unfall vor 2 Jahren im Rollstuhl sitzt, da er ein C4-C5 Tetraplegiker ist, dass heißt er kann seine Beine nicht mehr bewegen und die Bewegungsfreiheit der Arme und Hände ist stark eingeschränkt. Früher war Will ein absoluter Sportsfan und hat viel Sport getrieben, doch seit dem Unfall hat er seine Lebenslust verloren und ist genervt, dass er ständig auf seine Mitmenschen angewiesen ist.

Als Lou und Will das erste Mal aufeinander treffen wird schnell klar, dass sie total unterschiedliche Charaktere haben. Lou ist eine junge Frau mit einem ungewöhnlichen Kleidungsstil, die ein einfaches und unspektakuläres Leben in der Kleinstadt lebt. Sie hat keine wirklichen Ambitionen etwas mehr aus ihrem Leben zu machen und ist zufrieden.

Will war bis vor seinem Unfall ein sehr lebenslustiger Mensch, der die ganze Welt bereisen wollte und alles Mögliche ausprobieren wollte um seine Grenzen zu testen. Nach seinem Unfall hat sich sein Leben total verändert, denn er ist auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen und muss sich nach einer Zeit eingestehen, dass er seine eigene Grenze erreicht. Dadurch ist er verbittert und er sieht keinen Sinn mehr in seinem Leben, empfindet keine Freude mehr und lässt keine Menschen an sich ran. So auch Lou als seine neue Pflegeperson. Will hat kein Interesse daran, dass sich Lou um ihn kümmern und ihm neuen Lebensmut geben soll. Lou ist enttäuscht und kann diese Haltung nicht verstehen, sodass sie oft überlegt alles hinzuschmeißen, doch die Geldsorgen halten sie davon ab. Nach und nach beginnt das Eis zwischen Lou und Will zu bröckeln. Will versteht nicht, warum Lou mit ihrem einfachen Leben zufrieden ist und nicht mehr aus sich machen will und zeigt ihr auf, was sie bisher verpasst hat. Auch Lou lernt die Welt mit anderen Augen zu sehen und erkennt, dass ein Leben im Rollstuhl nicht einfach ist.

Das  Buch „Ein ganzes halbes Jahr“ hat mir sehr gut  gefallen und mich sehr berührt. Es ist eine Geschichte, die einem ans Herz wächst und einen auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt. Jojo Moyes gelingt es mit ihrem wunderschönen Schreibstil eine tolle Atmosphäre zu schaffen. Man kann sich super in die Geschichte hinein versetzen. Die Autorin kann auch Außenstehenden, die nichts mit Behinderungen zu tun haben, ein Bild von der Situation zu vermitteln. Ich habe viele neue Einblicke in das Leben mit Behinderung bekommen.
Die Geschichte von Lou und Will ist für den Leser ein Wechselbad der Gefühle, es gibt viele traurige Momente, aber auch lustige und witzige Szenen. „Ein ganzes halbes Jahr“ ist eine Geschichte über die Liebe und das Leben. Meiner Meinung nach, eine ganz besondere Geschichte, die einen fesselt und tief im Herzen berührt. Von Vanessa

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.