Der Funke – Die Geschichte eines autistischen Jungen, der es allen gezeigt hat – Kristine Barnett

Kristine Barnett Der Funke, der autistische Junge, der es allen gezeigt hat 320 Seiten. Verlag Kaliash. 2014
Kristine Barnett Der Funke. Die Geschichte eines autistischen Junge, der es allen gezeigt hat. 320 Seiten. Verlag Kaliash. 2014

Jacob hört im Alter von 1 Jahr auf zu reden, zu lachen und lehnt jegliche Kontaktversuche energisch ab. Die Diagnose der Ärzte ist Autismus und ein strenges Förderprogramm, das mit ihm absolviert wird.

Es dauert ca. 18 Monate, in denen Kristine bemerkt, das Jake nicht positiv auf das Üben und Trainieren reagiert, sondern sich immer mehr zurückzieht. Eine normale Kindheit trotz Autismus, mit Füssen im Sand am Strand und Laufen über eine Wiese, das alles vermisst seine Mutter. Sie macht spontan mit ihm Ausflüge und unterbricht das strenge Programm und entdeckt ihren Sohn ein wenig mehr.

Sie überlegt, was ihn fasziniert hat, bevor er in seine Welt abgetaucht ist und sucht Orte auf, wo er anknüpfen kann. Von einem Tag auf den anderen nimmt sie ihn aus dem Programm und übt mit ihm zu Hause. Einige andere Eltern mit denen sie Kontakt hat, interessieren sich für ihre „Arbeitsweise“ und bringen ihre Kinder mit. Schließlich kommt Jake aus sich heraus, weiterhin autistisch, aber offener und wissbegierig. Später gründet Kristine Barnett eine Tagesstätte für besondere Kinder und auch ein Freizeitparadies wird aufgemacht. Ihr Konzept, die Kinder auf ihrer Ebene abzuholen und zu sehen, wo ist der Funke, das dann zu verfolgen, gefällt auch den anderen Eltern. Heute ist Jacob Barnett der jüngste Astrophysiker auf der Welt.

Mir hat an diesem Buch gefallen, dass die Mutter gemerkt hat, wie ihr Kind im Förderprogramm gelitten hat, und keinerlei Freude an seinem Kind sein mehr hatte. Erinnert an ihre eigene Kindheit, hat sie sich in hinein versetzt und erkannt, woran er Interesse gezeigt hat und es ausprobiert…

AsDa

Dieses Buch befindet sich nicht im Büchereibestand. Es kann aber über die Fernleihe für dich besorgt werden.

Kalt erwischt: Heide Fuhljahn

Brigitte Buch, Heide Fuhljahn, "Kalt erwischt - wie ich mit Depressionen lebe und was mir dabei hilft. 320 Seiten. 2013 Diana Verlag;
Brigitte Buch, Heide Fuhljahn, „Kalt erwischt – wie ich mit Depressionen lebe und was mir dabei hilft. 320 Seiten. 2013 Diana Verlag;

Dieses Buch ist seit Ende 2013 im Bestand der EÖB Remagen, bei den Sachbüchern,  und ist für  Depressionserkrankte als auch für Angehörige lesenswert.

Frau Fuhljahn arbeitet als Journalistin für das Frauen-Magazin „Brigitte“, sie hat in diesem Buch viele persönliche Details aus ihrem Leben aufgeschrieben, zugleich auch beruflich recherchiert über die Erkrankung Depression und wie sie behandelt wird/werden kann. Über die vielen Symptome der Depression, dass es eine ernste und möglicherweise tödlich verlaufende Erkrankung ist, und wie diese sich auf den Alltag von Menschen auswirken kann.

Mögliche Symptome sind: – sich müde und erschöpft fühlen, tief traurig zu sein, eine innere Leere wahrnehmen, nichts mehr fühlen können, schlechtes Ein- und Durchschlafen, frühes Erwachen (zwischen 3 und 5 Uhr),  endloses Grübeln in Schleife, keinen Spaß mehr an Sachen empfinden, wie Hobbies,  Arbeiten, an Menschen, an sich selbst, das Gefühl für andere eine Belastung zu sein, die Konzentration ist nicht oder weniger vorhanden als vorher, Angst vor der Zukunft,  ….

Ein bloßes Zusammenreißen gelingt nicht oder zieht einen Menschen noch tiefer in diese Erkrankung. Er oder sie will ja, aber es geht nichts mehr…

Frau Fuhljahn beschreibt die Methoden der Behandlung, Antidepressiva, Neuroleptika,  alternative (begleitende) Heilmethoden, Musik-/ Kunst-/ Körpertherapie,  Klinikaufenthalte, Hausarzt/ Psychiater/ Psychologen, Psychotherapie, – ein Gesamtpaket.

Es gibt verschiedene Therapiearten, diese werden  ausführlich erklärt.

Eine Therapie auf Augenhöhe ist nötig zwischen den Patienten und der/dem behandelnden Ärztin/Arzt.

Auch die Erkenntnis das Depressionen  tödlich sein können – aufgeschreckt durch Medienberichte über das Sterben (durch Suizide)  von Robert Enke (Fußball)  oder Robin Williams (Schauspieler), ist wichtig für die Wahrnehmung, das es keine Charakterschwäche ist, sondern eine Krankheit, für die man Hilfe  braucht und auch bekommt.

Einzig das Frau Fuhljahn sehr von der Wirkung von Medikamenten überzeugt ist, bei ihr scheinen vorübergehend Neuroleptika zu helfen, stört mich – sie unterdrücken nur Symptome, heilen können sie diese nicht, werden sie abgesetzt, kommen sie bei vielen Erkrankten wieder zum Vorschein.

Aber das ist die eigene  Überzeugung der Autorin.

Jede(r) sollte selber ausprobieren, was ihr oder ihm in der Krise hilft. Gespräche, Medikamente,  Rückhalt in der Familie, Freunde,  Begegnung mit sich selbst, verstehen, was zur Erkrankung geführt hat, Selbstakzeptanz, Unperfektionismus, (gesunde) Ernährung, Sport, Bewegung, Natur, Haustiere, Selbsthilfegruppe, mit anderen Betroffenen sich austauschen, … ausprobieren, jeder von uns Menschen ist einzigartig und auch der Weg am Leben teilzuhaben…Von AsDa

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg: Nikolaus Nützel

Nikolaus Nützel: Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg. Was der Erste Weltkrieg mit uns zu tun hat. 144 S. arsEdition. 2013
Nikolaus Nützel: Mein Opa, sein Holzbein und der Große Krieg. Was der Erste Weltkrieg mit uns zu tun hat. 144 S. arsEdition. 2013

Dieses Buch erzählt aus dem Ersten Weltkrieg. Zum Beispiel, wie die ersten Panzer gebaut wurden oder es gibt Tabellen, die die Ausmaße der Verstümmelten und Toten in den betroffenen Ländern zeigt. Es werden viele Originale Schwarz-Weiß Bilder verwendet, die gut zu den Themen passen und mit denen man sich einen besseren Einblick verschaffen kann. Nebenher schreibt der Autor über seinen Großvater, wie der durch diese Zeit gekommen ist, der wahrscheinlich im Krieg gestorben wäre, wenn ihm nicht schon zu Kriegsbeginn eine Granate ein Bein zerrissen hätte.

Ich habe das Buch, das eigentlich ein gutes Sachbuch ist, nicht nach der Kapitel Reihenfolge gelesen. Es ist ein sehr gutes Buch, das mir Zusammenhänge über den Ersten Weltkrieg näher erklärt hat, denn Vieles war neu für mich.

Ich kann es auf jeden Fall allen Interessierten jeder Altersgruppe ab 12 Jahren weiterempfehlen… Von einem Lesesommerteilnehmer

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Rätsel der Erde: Kriminalistik. Von Sherlock Holmes zu CSI

Rätsel der Erde: Kriminalistik von sherlock Holmes zu CSI.
Rätsel der Erde: Kriminalistik von Sherlock Holmes zu CSI. Daniela Wakonigg, Edda Fischer (Autorin), Mark Benecke (Insektenkundler). 1 CD. 78 Min. von 8-88 J. 2013

Es fäng unheimlich an mit Schritten im Keller… und wird spannend. London, Jack the Ripper ist unterwegs, dazu die Überlegungen von Sherlock Holmes und Dr. Watson, wie es ein Täter geschafft hat in ein verschlossenes Zimmer zu kommen?

Es werden Sachverhalte geklärt, auch dass es Sherlock Holmes und Dr. Watson niemals in echt gab, sondern er nur eine erdachte Romanfigur war.

Woher der Begriff: Kriminalist kommt, wird erklärt. Nicht belehrend mit erhobenen Zeigefinger, sonder auf einer Augenhöhe mit dem Zuhörer.

Es wird über Spuren und ihre Sicherung gesprochen. Wie man Blutspuren nachstellen kann mit dem Tipp, es besser in der Dusch- oder Badewanne zu versuchen. Natürlich wird auch über Beweismittel wie zum Beispiel Insekten auf verstorbenen Menschen berichtet.

Sympatische Stimmen und eher (eklige) Vorgänge werden einfach erläutert, so als wäre der Zuhörer mitten in der Spurensichtung dabei und er bei der Arbeit der Ermittler über deren Schulter sehen kann…

Mark Benecke beschreibt, wie man an einen Beruf in diesem Bereich kommen kann… Interesse an schrägen Dingen und Menschen hilft schon ungemein. Diese Ideen und vieles anderes mehr kann hier erfahren werden, wenn man sich darauf einlässt. Interessante Unterhaltung für Menschen jeden Alters. Von Asda

Dieses Hörbuch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Die Rheinwiesenlager 1945 in Remagen und Sinzig: Wolfgang Gückelhorn, Kurt Kleemann

Die Rheinwiesenlager 1945 in Remagen und Sinzig
Wolfgang Gückelhorn, Kurt Kleemann: Die Rheinwiesenlager 1945 in Remagen und Sinzig – Fakten zu einem Massenschicksal 1945. 120 S. Helios Verlag. 2013

Kurz vor Kriegsende und unmittelbar danach sah sich die US- Armee einer ungeahnten Zahl von Kriegsgefangenen gegenüber. Mit 60 000 hatte man nach der Invasion gerechnet. Tatsächlich waren es 3,4 Millionen. Auf großen Flächen (Wiesen oder Äcker) wurden umzäunte, ungeschützte Lager für jeweils bis zu 100 000 Menschen eingerichtet, die sehr schnell völlig überbelegt waren (In Remagen war die höchste Belegungszahl 169 000). Es mangelte an Nahrungsmitteln, Latrinen und Krankenversorgung. In dem kurzen 4-5 monatigen Bestehen dieser Lager kamen sehr viele Gefangene ums Leben: Aus Entkräftung, Krankheiten oder beidem.

Bekannt wurden die Erdlöcher, die sich die Gefangenen selbst gegraben haben, um wenigstens vor dem Wind geschützt zu sein. Gegen den langanhaltenden Regen, der damals fiel, half das nicht.

Nach der Auflösung der Lager im September 1945 bildeten sich schnell Legenden über die Anzahl der Toten. Gegen diese Berichte wollten die beiden Autoren vorgehen, indem sie die Fakten aufgearbeitet und neu bewertet haben. Sie ließen amerikanische Wachsoldaten und deutsche Gefangene zu Wort kommen, zeigen Fotos und Statistiken.

Wer sich für zeitnahe, regionale Geschichte interessiert, findet hier aufschlussreichen Lesestoff. Von Barbara

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Die Familie Willy Brandt: Torsten Körner

Torsten Körner. Die Familie Willy Brandt. 512 Seiten. Fischer. 2013
Torsten Körner. Die Familie Willy
Brandt. 512 Seiten. Fischer. 2013

Das Buch beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Zeit, die Willy Brandt mit seiner zweiten Frau Rut und den Söhnen Peter, Lars und Matthias in Berlin und Bonn verbracht hat.
Es ist kein Enthüllungsbuch aber erhellend für die, die sich heute noch für die Brandts interessieren.
Das komplexe Familiengefüge besteht aus dem vorwiegend abwesenden Vater, der als fröhlich und herzlich geschilderten Mutter, die den „Laden“ zusammenhält und den Söhnen, für die diese Art von Leben zunächst normal ist. „Das Fernsehen kam ja nicht jeden Tag zu uns“ sagte einer der Söhne zum Autor, der sich sehr viel Mühe gegeben hat, Freunde, Wegbegleiter, Mitarbeiter und die Kinder Willy Brandts (aus erster Ehe hat Willy Brandt noch die Tochter Ninja) zu befragen.
Das Ergebnis dieser Interviews ist das Bild eines facettenreichen, vielschichtigen Mannes, der durch sein Auftreten in der Öffentlichkeit große Emotionen wecken konnte, privat aber Gefühle eher abwiegelte.
Rut und Willy Brandt, das glamouröse Paar der Fünfziger Jahre in Berlin und der Sechziger Jahre in Bonn, sind sich in den späten Ehejahren fremd geworden. Jeder war wohl zu Gesprächen über diese Erstarrung bereit, aber jeder zu einem anderen Zeitpunkt….

Ich empfehle das Buch unbedingt. Es führt noch mal in die Bonner Republik ohne nostalgische Brille. Von Barbara

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Planet Willi: Birte Müller

Planet Willi. Klett Kinderbuch Verlag. 2012
Birte Müller: Planet Willi. Klett Kinderbuch Verlag. 2012

„Willi kommt von einem anderen Planeten.“ So lautet der erste Satz dieses Sach-Bilderbuches. Doch der „andere Planet“ ist nichts Außerirdisches, sonden Willi ist behindert und hat einen schwierigen Start ins Leben. Und dennoch wächst nach dem anfänglichen, verständlichen Schrecken der Eltern und aus ihrer Angst um das Leben dieses Kindes eine ganz natürliche Eltern-Kind-Beziehung. Die Eltern nehmen ihr Kind an und können es vorbehaltlos lieben. Genauso wie sie seine kleine, nicht behinderte Schwester lieben, für die Willi ein selbstverständlicher Spielkamerad und Freund ist.

In einfacher, für Kinder leicht verständlicher Sprache beschreibt Birte Müller Alltagssituationen und Verhaltensweisen, die für Kinder mit Down-Syndrom typisch sind. Offensichtlich ist es nicht immer leicht mit einem behinderten Kind, aber man kann ihm auch viel abgewinnen, wenn man es so akzeptiert wie es ist. Da die Autorin es in Text und Bild offen lässt, um welche Behinderung es sich bei Willi handelt, ist dieses Buch auch für Familien mit anders behinderten Kindern und für integrative Kindertagesstätten gut einsetzbar.

Auf der linken Bilderbuchseite befindet sich jeweils der Text zusammen mit einer passenden Schwarz-Weiß-Zeichnung, rechts findet man ganzseitig ein farbenfrohes Bild, auf dem es für Kinder viel zu entdecken und zu erzählen gibt. Die Illustrationen sind vollflächig und detailreich, der Malstil vielleicht nicht jedermanns Sache, dafür aber kindgerecht und weniger künstlerisch anspruchsvoll.

Einen besonderen Reiz erhält „Planet Willi“ noch durch die insgesamt 54 verschiedenen Gebärdensprachenzeichnungen am Anfang und Ende des Buches. Mit ihrer Hilfe können junge und erwachsene Leser ausprobieren, wie man sich auch ohne Sprache verständigen kann.
Von Irmgard

„Planet Willi“, 2012 bei Klett Kinderbuch erschienen, kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier können Sie sich vormerken lassen.

Spielball Erde: Klaus Kleber, Cleo Paskal

Spielball Erde:Klaus Kleber, Cleo PaskalSeiten. 2012
Klaus Kleber, Cleo Paskal: Spielball Erde. 320 S. C. Bertelsmann Verlag. 2012

In seinem Buch „Spielball Erde“ fasst Claus Kleber nach mehr als zweijähriger Recherchereise durch die ganze Welt die Ergebnisse zusammen.

In den hiesigen Medien kommt der Klimawandel meist mehr unter dem Aspekt der Bedrohung für die Natur und die Menschen durch abschmelzendes Poleis und heftigere und häufigere Wetterextreme zur Sprache.
Kleber zeigt nun sehr anschaulich und schlüssig auf, welche die auf den ersten Blick nicht so sichtbaren Veränderungen sind. Er befasst sich sehr detailliert mit den geopolitischen und geostrategischen Aspekten und den daraus folgenden Plänen der einzelnen Länder, die hierzulande nur selten zur Sprache kommen.
Z.B. macht das Abschmelzen der Arktis neue See- und Handelswege zwischen Amerika, Asien und Europa möglich, ebenso in der Zukunft die Nutzung der heute noch unter der dicken Eisschicht eingeschlossenen Bodenschätze. Dies hat wiederum direkten Bezug zum geltenden Seerecht, um die Besitzverhältnisse zu klären. Damit verbunden ist die Frage, ob einzelne Nationen bereit sein werden, ihre Ansprüche u.U. auch mit militärischen Mitteln durchzusetzen.

„China leugnet den Klimawandel“ ist die hier häufig vertretene Ansicht, die aus seinem Abstimmungsverhalten bei den großen Konferenzen resultiert. In Wahrheit aber zeigt sich nach eingehender Recherche, dass es in seinen Vorbereitungen auf die sich aus dem Wandel zwangsläufig ergebenden Veränderungen wesentlich weiter ist als die meisten anderen Länder …
So ist nicht allgemein bekannt, dass z. B. China – aber auch Saudiarabien – in sehr großem Umfang Land in den fruchtbaren Regionen Afrikas aufkauft, um dort Nahrungsmittel für die heimische Bevölkerung anzubauen, die dringend gebraucht werden. Das hat in großem Stil Enteignungen mit all ihren Folgen für die dort seit Generationen ansässigen Menschen zur Folge – Ebenso sichert sich China den Zugriff auf noch nicht gehobene Bodenschätze in Südamerika …
auch im Polynesischen Raum sichert es sich seinen politischen Einfluss durch die Gewährung hoher Kredite ohne (zunächst?) daran geknüpfte Bedingungen.
Ausführlich geht Kleber auch auf die Konflikte in der Himalaya – Region (nach Arktis und Antarktis der drittgrößte Wasserspeicher der Erde) ein, die sich noch verschärfen werden, weil die Nutzung und Verteilung des Wassers der großen Flüsse Asiens, die alle dort entspringen, schon jetzt gravierende Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Nutzbarkeit und damit die Ernährung von Millionen Menschen haben.

Claus Kleber bereichert mit diesem Buch unsere bisherige Sicht auf die weltweiten klimatischen Veränderungen um eine in seiner Bedeutung kaum zu überschätzende Sichtweise.
Von Renate

Schau dir bitte auch die Kommentare zu Spielball Erde an. (Sprechblase neben dem Titel aktivieren) Dort findest du eine weitere interessante Rezension von Diana, welche bereits veröffentlicht wurde. Aufgrund der hohen Resonanz unserer Leser auf das Buch und des aktuellen Themas finden wir es passend in dieser Form noch einmal auf das spannende Sachbuch hinweisen zu können.

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Mein Leben ohne Gestern: Lisa Genova

Lisa genova
Lisa Genova: Mein Leben ohne Gestern. 317 Seiten. Lübbe. 2009

Eine Diagnose, die das Leben der 50 jährigen Alice und ihrer Familie grundlegend ändert: Alzheimer.

Alice Howland hat mit Anfang 50 viel erreicht und führt ein ausgefülltes Leben. Sie unterrichtet als Professorin für kognitive Psychologie an der Harvard Universität, hat wissenschaftliche Schriften publiziert und ist eine gefragte Rednerin auf wissenschaftlichen Symposien. Sie führt eine langjährige, glückliche Ehe mit John, ebenfalls ein renommierter Wissenschaftler. Die drei erwachsenen Kinder Anna, Tom und Lydia sind erfolgreich ins Leben gestartet.
Plötzlich passieren der sonst immer so gut organisierten Alice unerklärliche Aussetzer: Mitten in ihrem Vortrag fehlt ihr plötzlich das richtige Wort um den Satz zu beenden. Auf ihrer morgendlichen Joggingrunde, weiß sie auf einmal nicht mehr den Weg nach Hause.

Ihre beginnende Vergesslichkeit versucht sich Alice mit den Wechseljahren zu erklären. Dieser Verdacht bestätigt sich nicht, die Symptome dagegen werden immer schlimmer. Ein Besuch bei dem Neurologen Dr. Davis bringt die schreckliche Gewissheit: Alice leidet an einer Form der Alzheimerkrankheit, die schon in relativ frühem Alter beginnt.

Der Schock für die Familie ist groß! John will anfangs nicht wahrhaben, dass seine brillante, hochintelligente und geliebte Frau an Alzheimer erkrankt sein soll. Doch die Symptome werden auch für ihn unübersehbar! Als er die Diagnose akzeptiert hat, sucht er fieberhaft nach Behandlungsmöglichkeiten, die den weiteren Verfall von Alices Gehirn stoppen sollen.
Auch die Kinder finden ihren Weg, mit der Erkrankung der Mutter umzugehen, den Alltag zu organisieren und vor allem die emotionale Nähe zu ihrer Mutter zu halten.

Alice versucht ihr Leben so zu organisieren, dass die sich häufenden Aussetzer kaschiert werden und gründet eine Selbsthilfegruppe für Demenzkranke im Frühstadium.
Trotz allem ist Alice auf Dauer den Anforderungen ihres Berufes nicht mehr gewachsen und muss ihren Lehrstuhl aufgeben.
Ihren letzten, gut vorbereiteten Vortrag hält sie allerdings nicht in Harvard, sondern vor einer großen Gruppe von Fachleuten aus dem Gesundheitswesen, die sich der Behandlung und Pflege von Demenzerkrankten widmen.

Die promovierte Neurowissenschaftlerin und Autorin Lisa Genova, hat mit ihrem Debütroman eine emotional bewegende Geschichte um das Thema der Alzheimerkrankheit geschrieben und dem Leser Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt einer Erkrankten gewährt. Sie macht auch deutlich, welcher Belastung die betroffenen Familien ausgesetzt sind.
Alices Familie hat dieser Belastung standgehalten und auch als die inzwischen 51. jährige ihren Mann John und die Kinder nicht mehr erkennt, fühlt sie sich in ihrer Mitte so geborgen, dass ihr nur auffällt: „Ich vermisse mich selbst“. Von Rosi

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Odysseus, listenreich und unbeirrt: Yvan Pommaux

Yvann Pommaux. Odysseus, listenreich und unbeirrt. 73 Seiten. Moritz Verlag. 2013
Yvann Pommaux. Odysseus, listenreich und unbeirrt. 73 Seiten. Moritz Verlag. 2013

Der Krieg um Troja fand 1200 vor Christus statt. Zehn Jahre dauerte der schreckliche Kampf bis die Griechen mit einer List die Trojaner besiegten. Die Idee zu dieser List hatte sich Odysseus ausgedacht. Das ist die Geschichte mit dem Trojanischen Pferd, mit dem die Griechen schließlich in die lang belagerte Stadt Troja gelangten. Dabei haben die Griechen leider sämtliche Tempel zerstört und die Götter ganz besonders Poseidon gegen sich aufgebracht. Poseidon rächte sich an allen Griechen, als diese wieder in ihre Heimat zurück segeln wollten. Nur das Schiff von Odysseus überlebte die Stürme, die Poseidon geschickt hatte, weil Zeus ihn beschützte. Trotzdem musste Odysseus und seine Männer sehr viele weitere schwere Strapazen über sich ergehen lassen, bevor er nach Hause auf seine Insel Ithaka zurückkehren durfte, wobei auch dabei verschiedene Götter ihm helfen mussten.

800 Jahre vor Christus nimmt sich der blinde Homer dieser Legende an und schreibt alles auf: Den Kampf um Troja und die Odyssee des Odysseus. – Die Ilias.
Von Luap 11 Jahre

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Anna, die Schule und der liebe Gott: Richard David Precht

Richard David Precht: Anna, die Schule und der Liebe gott. Der Verrrat
Richard David Precht: Anna, die Schule und der Liebe Gott. Der Verrat des Bildungssystems an unseren Kindern. 352 Seiten. Goldmann Verlag. 2013

„Intelligenz ist das, was man benutzt, wenn man nicht weiß, was man tun soll.
Und Kreativität ist das, was man einsetzt, wenn man nicht weiß, was genau dabei herauskommt.“
Zitat aus „ Anna, die Schule und der liebe Gott“

In seinem neuen Buch „Anna, die Schule und der liebe Gott“ zeigt Precht die Mängel unseres Bildungssystems auf.
Unser Schulsystem kann kaum mit den neuen Herausforderungen des Medienzeitalters Schritt halten.
Veränderungen kommen nur zögernd und mit wenig Schwung.
Beim Durchlaufen der Verwaltungsebenen sind neue Ideen bereits veraltet oder bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt.
Die neusten Erkenntnisse aus der Hirnforschung, der Entwicklungspsychologie und der Lerntheorie werden weder umgesetzt noch zur Kenntnis genommen.
Die überfüllten Lehrpläne und Lehrsäle tragen nicht zur Verbesserung der Lernsituation bei.
Veraltete Strukturen und Desinteresse der Politik und Gesellschaft lassen kaum Diskussionen über neue Modelle, wie sie in andern europäischen Ländern bereits erfolgreich angeboten werden, aufkommen.
Die Vermutung liegt nahe, dass die Politik, wie in ähnlich gelagerten Fällen, ohnmächtig ist.

Bleibt nur eine Bildungsrevolution.

Übrigens:
Die Bezeichnung „Made in Germany“ wurde zum Schutz der englischen Wirtschaft vor deutscher minderwertiger Ware eingeführt.
Kreativität und Unternehmergeist verwandelten das Symbol in das Gegenteil.
Am Ende des Buches von Precht wünscht man sich für unsere Kinder und Schulen eine vergleichbare Erfolgsgeschichte für unser Bildungssystem.

Lesen Sie dieses Buch!
Diskutieren sie mit!
Es lohnt sich!
Von Diana aus Bad Sobernheim: Öff. Bücherei Kulturhaus Synagoge

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Lassen sie mich durch, ich bin Mutter: Anja Maier

Anja, Maier: Lassen sie mich durch, ich bin Mutter. Von Edel-Eltern und ihren Bestimmerkindern Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co. KG
Anja, Maier: Lassen sie mich durch, ich bin Mutter. Von Edel-Eltern und ihren Bestimmerkindern
Bastei Lübbe Verlag. 2011

Anja Maier, Berliner Journalistin der TAZ hat Familien im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg beobachtet und festgestellt, dass aus dem Szeneviertel eine kuschelige Kleinstadt geworden ist. Sie zieht für drei Monate in den angesagtesten Elternbezirk Berlins: Prenzlauer Berg. Dort will sie herausfinden, ob sich ihre Vorurteile bestätigt sehen, oder ob die Mütter dort genauso normal sind wie du und ich...

Ihre Geschichte ist erschreckend wahr, manchmal tragisch und vor allem urkomisch. Anja Maier lässt in ihrem Buch viele Seiten zu Wort kommen: Eine genervte Café Besitzerin, eine sogenannte Macchiato Mutter und eine Grundschullehrerin. Jede Position erzählt mit viel Liebe zum Detail.

Mein Fazit:
Ein tolles, lustiges und dennoch kritisches Buch mit einem wunderbar ironischen Blick auf die heutige Eltern-Leistungsgesellschaft.

Unbedingt lesen!
Von Karin: Patientenbücherei im Städt. Klinikum Braunschweig

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Vatertage: Katja Thimm

Katja thimm
Katja Thimm: Vatertage. Eine deutsche Geschichte. 288 Seiten. Fischer. 2012

Literatursalon---VorderseiteIm Frühjahr 2011 wurde ich aufmerksam auf das Buch „Vatertage“ von Katja Thimm. Das Buch lag dann bei mir, musste allerdings noch ein bisschen warten bis ich Zeit hatte es zu lesen. Im Sommerurlaub war es dann soweit und ich konnte endlich abtauchen. Nach zwei Tagen tauchte ich dann wieder auf, tief beeindruckt, berührt und begeistert!

Die Journalistin Katja Thimm beschreibt in diesem Buch das Leben ihres Vaters Horst, Jahrgang 1931. Er wurde geboren in Masuren und musste diese Gegend im Januar 1945, als 13-Jähriger,  fluchtartig verlassen. Auf seiner  gefahrvollen und mühsamen Reise Richtung Deutschland übernahm der Junge große Verantwortung. Auch die Nachkriegszeit in der DDR – mit Verantwortung für seine Familie und Aufenthalten in DDR-Gefängnissen – war von Überforderung und übergangslosem Erwachsenwerden geprägt. Krieg, Flucht, Auseinandersetzung mit dem DDR-Regime, Haft und Ausreise in die Bundesrepublik, von diesen ersten dreißig Lebensjahren ihres Vaters weiß die Autorin so gut wie nichts. Dies alles wird ihr erst bewusst, als ihr Vater körperlich und geistig rapide abbaut und in ein Altersheim untergebracht werden muss. Gemeinsam mit dem Vater unternimmt sie konkret und in Gedanken eine Reise in die Vergangenheit und rekonstruiert so ein Stück Lebens- und Zeitgeschichte. Viele Vorfälle und Missverständnisse aus ihrer Kinder- und Jugendzeit in der Nähe von Bad Godesberg bekommen jetzt einen Zusammenhang.

Katja Thimm streift mit diesem fesselnden Buch, das viele heitere Seiten hat,  unterschiedliche Themen:  das Älterwerden der eigenen Eltern, Umgang mit Krankheit und Demenz, mit Pflegestufen und Betreuungsmöglichkeiten, aber auch die Kriegskindergeneration und die Folgen ihrer Erfahrungen für ihre Familien.
Ein Buch für viele Generationen. Unbedingt LESEN!
Von Helene

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