Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert: Joel Dicker

Joel decker: Die wahrheit über den Fall Harry Quebec. 736 S. Piper Verlag. 2013
Joel Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert. 736 Seiten.  Piper Verlag. 2013

Eine Freundschaft zweier Schriftsteller Quebert und Goldmann, die als Vater-Sohn-Gespann gesehen werden kann. An der Ostküste in den USA wird im idyllischen Städtchen Aurora nach 33 Jahren das Skelett von Nola im Garten von Harry Quebert gefunden. Dieser steht unter Mordverdacht, noch mehr, als bekannt wird, dass die beiden eine Liebesgeschichte verband. Viele Menschen verurteilen ihn für seine Liebe zu einem 15 jährigen Teenager. Marcus Goldmann, ein junger Autor mit einer Schreibblockade ist davon überzeugt, dass sein Schriftsteller-Vorbild unschuldig ist. Deshalb reist er nach Aurora, befragt Menschen zu aktuellen und 33 Jahren zurückliegenden Ereignissen. Er recherchiert auf eigene Faust. Eine Reise in die Tiefe der Seelen der Menschen, die wir meinen zu kennen und die uns immer wieder aufs neue überraschen. Wer war Nola? Unschuldiger Teenager? Frühreife Frau? Welche Rolle spielen die anderen, damals ihre Nachbarn, Mitschüler, Freundinnen? Wer verbirgt mehr als es für die Wahrheit förderlich ist? Angehörige und Freunde zeichnen ein Bild von dieser Liebe, die verboten und doch stark genug war, um bis in die heutige Zeit zu überleben. Die Suche nach dem Täter wirbelt einiges auf. Die Freundschaft von Goldmann und Quebert wird auf so manche Probe gestellt.

Am Ende gibt es Überraschungen – ob positiv oder negativ – kann jeder Leser für sich entscheiden. Ein Lesevergnügen der besonderen Art. Von AsDa

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Halva, meine Süße: Ellen Alpsten

Ellen Alpsten: Halva, meine Süße. 364 Seiten. Coppenrath. 2012
Ellen Alpsten: Halva, meine Süße. 364 Seiten. Coppenrath. 2012

Die 18-jährige Iranerin Halva, die seit 10 Jahren in Deutschland wohnt, völlig integriert und gerade frisch verliebt ist in einen jungen Studenten, soll, zur Begleichung einer Ehrenschuld, mit einem jungen Iraner verheiratet werden.
Vor 10 Jahren musste Halva, zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern, aus politischen Gründen aus dem Iran fliehen. Nun ist sie 18 Jahre alt, lebt mit ihrer Familie in Augsburg, wo ihre weltoffenen Eltern ein erfolgreiches Café betreiben. Sie steht kurz von ihrem Abitur, ihr Bruder studiert. Auf einer Erstsemesterparty trifft sie Kai, einen Freund ihres Bruders, und verliebt sich in ihn. Die so offene und integrierte Halva kann aber nicht verstehen, warum ihre Eltern und ihr Bruder plötzlich versuchen, ihre Treffen mit Kai zu verhindern. Obwohl sie inzwischen von ihrem Bruder zur Schule begleitet und von ihm dort auch wieder abgeholt wird, findet sie eine Möglichkeit sich weiterhin heimlich mit Kai zu treffen. Doch dann erfährt sie den Grund für die ablehnende Haltung ihrer Familie: Als Preis für die Flucht aus dem Iran wurde sie damals dem Sohn des Fluchthelfers als Ehefrau versprochen. Der fordert nun sein Recht ein und Halvas Eltern, die sich immer noch den alten, heimischen Traditionen und Ehrbegriffen verpflichtet fühlen, wollen und können ihr damaliges Versprechen nicht brechen. Halva muss sich jetzt entscheiden zwischen ihrer Familie mit ihren Traditionen und ihrer Liebe zu Kai.
Es gibt kein Happy-End (eine Fortsetzung wäre denkbar aber wohl eher unwahrscheinlich), soviel sei verraten…

Eine fesselnde Liebesgeschichte zusammen mit einer eindringlichen Erzählung eines Lebens zwischen zwei Kulturen. Die Geschichte geht unter die Haut und lässt nachdenklich werden über wirkliche Integration und Toleranz. Sehr ansprechender Einband!
Von Andrea und Helene

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Zu zweit tut das Herz nur halb so weh: Julie Kibler

Julie Kibler:
Julie Kibler: Zu zweit tut das Herz nur halb so weh. 320 S. Pendo Verlag. 2012

Zwischen der 90-jährigen Isabelle und ihrer jungen, farbigen Friseurin Dorrie hat sich in den letzten Jahren eine ungewöhnliche Freundschaft entwickelt. Nun hat Isabelle eine dringende Bitte an Dorrie: Sie soll sie zu einer Beerdigung weit entfernt begleiten.
Auf ihrer langen gemeinsamen Reise mit dem Auto kommen sich die beiden Frauen sehr nahe. Isabelle lüftet ihr lang gehütetes Geheimnis und erzählt Dorrie aus der Vergangenheit in Kentucky 1939. Damals verliebte sich Isabelle in Robert, den Sohn der farbigen Hausangestellten. In dieser Zeit war die Liebe einer weißen Frau zu einem Farbigen verboten und brachte einige Gefahren mit sich. Entgegen aller Warnungen setzten sich Isabelle und Robert in ihrer Liebe über alle Konventionen und den Widerstand ihrer Familien hinweg. Und damit begann ein Drama, für das die beiden einen hohen Preis zahlen mussten…

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Isabelle und Dorrie erzählt, die Vergangenheit vermischt sich mit der Gegenwart und auch die Probleme in Dorries Leben erscheinen in einem neuen Licht. Ein fesselnder und sehr berührender Roman, der auch deutlich macht, wie schwierig und vorurteilsvoll die Beziehung zwischen Weißen und Farbigen war und zum Teil auch heute noch ist. Von Andrea

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