Little Miss Sunshine

Little Miss Sunshine. DVD. Lauflänge 98 Min. 2013. FSK ab 6
Little Miss Sunshine. DVD. Lauflänge 98 Min. 2010. FSK ab 6

Hi, ich habe eine DVD gesehen und war begeistert: unterhaltsam, Themen, die mich interessieren, eine durchgeknallte Familie und zugleich ganz normal verrückt. Die 7 jährige Olive Hoover sieht sich im Fernsehen Miss Wahlen an und möchte selber auch teilnehmen. Sie hat sich für eine Miss Wahl in Kalifornien angemeldet und wird eingeladen. Mit ihrem Großvater trainiert sie und bekommt die nötige Portion Selbstvertrauen von ihm beigebracht. Überhaupt ist der Großvater eine wertvolle Stütze in dieser Familie, da der Vater von Olive, Richard, ständig nach höheren Werten strebt und es auch von seiner Familie fordert. Außerdem teilt er alles und jeden in Kategorien ein, kommentiert alles, was er hört und geht damit anderen auf die Nerven. Ihre restliche Familie ist skeptisch, da Olive in ihren Augen für eine Miss Wahl weniger geeignet erscheint, aber um sie zu unterstützen fahren sie in ein alten VW-Bus Richtung Kalifornien, ca. 600 km weit entfernt. Olives Mutter, Sheryl, ist ausgleichend zu ihrem Mann und unterstützt ihren depressiven Bruder, der gerade aus dem Krankenhaus entlassen wurde und unter Liebeskummer leidet. Sohn Dwayne hat ein „Schweigegelöbnis“ abgelegt und redet seit fast 1 Jahr nicht mehr, dafür schreibt er Zettel. Allein der Zustand des Busses und seine Tücken lassen das Mitgefühl für diese Familie mitschwingen. Werden Sie es rechtzeitig zum Wettbewerb der Miss Wahl schaffen? Unterwegs gibt es längst fällige klärende Gespräche zwischen Großvater und Sohn, die zeigen, dass die einzelnen Familienmitglieder viel mit sich herum schleppen aus ihrer Kindheit und Jugend.

Mir hat das ernste und zugleich lustige Familienleben gefallen, der Film ist unterhaltsam und warmherzig. Von AsDa

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Warm Bodies – Zombies mit Herz

Warm Bodies
Warm Bodies – Zombies mit Herz. Romantische Zombie-Horror-Komödie. Spieldauer 95 Min. 2013. FSK ab 12

Eine karge und ausgemergelte Welt, wenige Menschen, die noch leben, dafür haben die Zombies an Zulauf gewonnen… In der einen Welt leben diese Zombies, in der Welt hinter der Mauer leben die Menschen, ihr Anführer ist Colonel Grigio, gerettet, aber sehr abgeschottet mit Wachen. Am Anfang des Films lernt der Zuschauer den durchaus attraktiven „R“ kennen, der als Teenager noch durchgeht. Dieser schlurft durch eine Flughafenhalle und führt Selbstgespräche mit der immerwährenden Erkenntnis, das er ja schon tot ist. Von wegen mangelnder Kontakt zu anderen… auch alle tot. Ärgerlich, aber für ihn nicht zu ändern. Er hat aber seinen besten Freund „M“, natürlich auch ein Zombie… Beide begegnen sich öfter auf dem Flughafengelände. Als seinen persönlichen Rückzugsort bewohnt „R“ ein Flugzeug mit alten Platten und einem noch funktionstüchtigen Plattenspieler. Dort hört er diese Platten aus einer längst vergessenen Welt, er kennt die Texte fast auswendig und träumt sich seine Welt zusammen. Die anderen Zombies sind mehr auf der Suche nach Essen, noch lebenden Menschen, von denen sie sich ernähren. Vor allem die Gehirne sind beliebt, zumindest bei „R“, durch sie erlebt er eine Art Rückblick auf das Leben der getöteten Person. Die Gefühle, Sehnsüchte, Wünsche, all das fliegt wie in einem (Drogen-) Rausch durch den Kopf des Zombies. Ausser den Zombies gibt es noch die „Bonies“, nur noch Skelette, die sich schnell und aggressiv verhalten und auf der Suche nach Menschen zum essen sind. Sie sind so etwas wie das endgültige Ende.
Bei einem Einbruch in eine Apotheke werden Jugendliche (Menschen) von Zombies überrascht und es fliegen die Fetzen – als „R“ Julie erblickt, verschlägt es ihm seine Sprache – soweit die bei ihm noch vorhanden war. Er verliebt sich auf der Stelle in sie. Was ihn nicht davon abhält ihren Freund zu töten und sein Gehirn zu verspeisen – eine ausgesprochene Delikatesse für ihn. Er rettet danach Julie vor den anderen Zombies und entführt sie auf das Flughafenebäude in sein Flugzeug. Anfangs ist sie verschüchtert und mißtrauisch, wen wundert das? Doch ihre Sehnsucht nach ihrem Zuhause, ihrer besten Freundin Nora und dem Vater Colonel Grigio wird übermächtig. „R“ bringt sie ausser Reichweite der Zombies. Doch als Julie weg ist, findet „R“ etwas verändert, Julie hat etwas in ihm entfacht und das greift um sich. ….

Trotz anfänglicher Skepzis schon wieder so ein Zombie-Film?, gefielen mir einzelne Elemente wie die Selbstgespräche von „R“, seine Art mit seinem „Leben“ umzugehen und die Veränderung, die alles bis dahin dagewesenes auf den Kopf stellt. Insgesamt finde ich den Film spannend, unterhaltsam und auch lustig. Nichts für hartgesottene Zombie-Fans, es sei denn, auch bei ihnen ist Veränderung möglich? Von AsDa

„Warm Bodies“ kannst du in der Bücherei ausleihen. Hier kannst du den Film vormerken.

Die Eleganz der Madame Michel

Die Eleganz der Madame Michel. 2010. FSK 12
Die Eleganz der Madame Michel. DVD. Lauflänge ca.95 Min.  2010. FSK ab 12

Renee Michel ist Concierge, also eine Art Hausmeisterin in einem französischen Mietshaus und für vieles im Haus zuständig. Sie lebt zurückgezogen, hat wenige Freunde und fühlt sich unsichtbar. Nach außen gibt sie sich unnahbar und unwirsch bis grantig, bis es der 11 jährigen Paloma gelingt ihre harte Schale etwas aufzubrechen. Paloma ist neugierig, lernt japanisch und beobachtet ihre Umgebung mit einer Kamera, Familie wie auch Nachbarn. Sie fühlt sich in ihrer Familie nicht zugehörig und ist oft auf der Suche, bis sie auf Renee trifft. Beide nähern sich aneinander an und führen ernste Gespräche, über das Leben, über Gefühle,…. alles was sie so bewegt. Der neueingezogene Mieter, ein eleganter Japaner, freundet sich mit den beiden an und versucht mehr Kontakt zu Renee zu bekommen. Diese blockt erst mal ab und äußert sich: „Ich bin hier nur die Concierge“, als er ihr Geschenke macht. Eine Freundin überredet sie die Einladung zum Essen von ihm anzunehmen und versucht ihr Selbstvertrauen zu stärken. Nach und nach ergibt sich eine neue zarte Freundschaft, Renee lernt sich selber wieder von einer Seite kennen, wie sie es sich verschüttet glaubte, nach dem Tod ihres Mannes vor Jahren. Die Höhen und Tiefen der Nachbarn werden in diesem Film gezeigt, eine Perle in der hektischen Welt. Der Film nimmt eine überraschende Wende, auch damit müssen wir Menschen in unserem Leben zurecht kommen.

Herber Charme empfehlenswert für ältere Jugendliche und junggebliebene Erwachsene, die lieber hintergründige Gespräche führen oder hören, statt sich actiongeladene Filme „reinziehen“. Von AsDa (Astrid)

Dieser Film kann in der Bücherei ausgliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Nachtzug nach Lissabon

Nachtzug nach Lissabon. Laufzeit 107 Min. DVD 2013. FSK ab 12
Nachtzug nach Lissabon. Laufzeit 107 Min. DVD 2013. FSK ab 12

… „Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil in uns leben können, – was geschieht mit dem Rest?“ …
„Nachtzug nach Lissabon“ ist die fesselnde Geschichte über eine Reise und eine Suche.
Bille August führt in der Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Pascal Mercier die Regie und besetzt die Rollen mit einem internationalen Starensemble.

Raimund Gregorius (Jeremy Irons) ist augenscheinlich ein ganz gewöhnlicher Mensch. Als Altphilologe besteht sein Leben nur aus seinem Unterricht und seinen Schülern. Er ist ein „Mann der Worte“ und er liebt Bücher. Die Geschichte beginnt, als etwas passiert, dass ihn völlig aus dieser Routine wirft. Durch eine zufällige Begegnung mit einer jungen Frau, die er rettet, gerät er an ein Buch, ein Buch voller philosophischer Ideen über das Leben. Es sind Ideen, die ihm auch schon selber so gekommen waren, die er allerdings nie zuvor in Büchern wiedergefunden hat. Er trifft eine dieser Entscheidungen, die nur manchmal im Leben getroffen werden. So kommt es, dass er ohne vorher groß zu überlegen in einen Zug einsteigt und nach Lissabon reist. Während der Fahrt liest er weiter, wird aufgesogen von den Ideen im Buch, und seine Faszination für den Autor wächst.
Als er in Lissabon ankommt versucht er diesen zu finden. Er stößt auf eine Geschichte über den portugiesischen Arzt und Philosophen Amadeu Prado, über das Leiden und die Gefahren während der Salazar-Diktatur in den 70er Jahren in Portugal. Menschen, die sich im Widerstand aufopferten und ihr Leben in einer Weise lebten, wie Gregorius es so nie getan hat.
Als ihm bei einem Zusammenstoß mit einem Fahrradfahrer seine Brillengläser zersplittern, lernt er Mariana (Martina Gedeck) kennen, die ihm neue Gläser anpasst. Mariana, die Augenärztin, ist wie eine Metapher, sie gibt ihm eine neue Sicht, sie stellt ihm Fragen nach seinem eigenen Leben. Gregorius ist immer in der Vergangenheit und schaut auf das Leben der anderen Menschen. Aber Marina will wissen was er denkt, was er macht und was er mag. So verschiebt sich der Schwerpunkt seines Lebens auf sein eigenes Leben.

Die Literaturverfilmung ist eine textgetreue filmische Umsetzung, die eigentlich nur schwer einem Genre zuzuordnen ist. Es ist ein Film über die Suche nach einem anderen Leben und über Entscheidungen, die man im Leben treffen muss. … „Wir lassen etwas von uns zurück, wenn wir einen Ort verlassen, wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren und es gibt Dinge an uns, die wir nur dadurch wiederfinden können, dass wir dorthin zurückkehren.“ …
Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken
Den Roman von Pascal Mercier kannst du hier vormerken.

Ziemlich beste Freunde

Ziemlich beste Freunde
Ziemlich beste Freunde. Spieldauer 108 Min. 2012. FSK ab 6

Literatursalon---VorderseiteDer reiche Geschäftsmann Philippe ist seit einem Unfall beim Gleitschirmfliegen vom Hals an abwärts gelähmt. Nach dem Tod seiner geliebten Frau hat er seinen Lebensmut völlig verloren und lebt ein zurückgezogenes Leben in seinem Pariser Luxusdomizil, umgeben von einer Schar professioneller Angestellter.
Als er einen neuen persönlichen Assistenten sucht, bewirbt sich auch Driss, ein junger Kleinkrimineller aus den Pariser Banlieue. Driss möchte sich eigentlich nur eine Bescheinigung für das Arbeitsamt abholen, aber Philippe findet Gefallen an dem respektlosen jungen Mann und stellt ihn ein.
Mit seiner unbekümmerten Direktheit weckt Driss bei Philippe wieder Neugier auf das Leben und erdet gleichzeitig die absurden Exzesse des elitären gesellschaftlichen Umfelds von Philippe.
Im Gegenzug vermittelt Philippe Driss Vertrauen in seine Stärken und ermöglicht ihm einen bislang verwehrten Zugang zu Kunst und Bildung.
Die Freundschaft dieser beiden völlig unterschiedlichen Charaktere steht im Mittelpunkt dieser tragisch- komischen französischen Sozialromanze. Ihr großer Erfolg liegt in der Hoffnung, die sie vermittelt, die Gegensätze unserer Welt und die Schranken zwischen arm und reich, weiß und schwarz, behindert und nicht behindert können mit Menschlichkeit, Toleranz und Respekt überwunden werden.
Als Driss am Schluss ein Kennenlerndinner für Philippe und dessen Brieffreundin Eleonore arrangiert und Driss voller Selbstvertrauen mit einem Vermögen von 11000 Euro aus dem Verkauf seines ersten Gemäldes seinen eigenen Weg beschreitet, ist das Happyend dieses Real- Märchens perfekt.
Im Abspann wird noch einmal deutlich gemacht, dass der Film auf einer wahren Geschichte beruht.
Fotos von Philippe Pozzo di Borgo und Abdel Sellou, die die Inspiration zum Film lieferten, werden hier in freundschaftlicher Verbundenheit in ihrer neuen Heimat Marokko gezeigt.

Die mitreißende Kraft des Films kann sich dank durchweg hervorragender Darsteller entfalten.
Francois Cluzet verleiht der Mimik des gelähmten Philippe ungeheure Intensität, Omar Sy verkörpert hinreißend die ansteckende Lebensfreude des jungen Driss. Auch die Nebendarsteller, die Hausangestellten Yvonne und Magalie, überzeugen.
Das Drehbuch und Regie kommen aus einer Hand – von Olivier Nakache und Eric Toledano – und sind aus einem Guss.
Die berührende Geschichte wird in flottem Tempo erzählt mit gelungen platzierten Pointen und entlässt den Zuschauer mit dem warmen Gefühl, doch in einer Welt zu leben, in der Nächstenliebe und Hoffnung zu Hause sind.
Von Christine Lesepunkt: Waldbröl

Buch und Film können in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du den Film vormerken. Hier kannst du das gleichnamige Buch von Philippe Pozzo di Borgo vormerken.

Les Misérables

Les Miserables. 2 Std. 37 Min. Drama, Musik. FSK ab 12. 2013
Les Miserables. 158 Min. Drama, Musik. FSK ab 12. 2013

Die Leinwandadaption „Les Misérables“ des gleichnamigen Broadway-Musicals von Claude-Michel Schönberg (Musik) und Alain Boublil (Libretto), basiert auf dem Roman von Victor Hugo „Die Elenden“.
Die Verfilmung, die sich eng an die Bühnenversion hält und kaum gesprochene Dialoge aufweist, wird von Oscar-Gewinner Tom Hooper (The King’s Speech) mit großen Gesten in Szene gesetzt.
So zeigt die 1815 angesiedelte, beindruckende Anfangs-Sequenz eine Sträflingskolonne, wie sie ein riesiges Schiff in den Hafen ziehen muss. Zu ihr gehört Valjean (Hugh Jackman), der 19 Jahre für den Diebstahl eines Laibes Brot verbüßt hat. Valjeans hasserfüllter Gegenspieler ist der Justizvollzugsbeamte Javert (Russell Crowe).
Nach seiner Freilassung macht Valjean eine tiefgreifende religiöse Erfahrung, taucht unter und hat sich acht Jahre später vom Sünder zum wohltätigen Fabrikbesitzer gewandelt. Er macht Bekanntschaft mit der ledigen Mutter Fantine (Anne Hathaway), die ohne Valjeans Wissen aus seiner Fabrik geworfen wird und deshalb als Prostituierte ihre kleine Tochter Cosette durchbringen muss. An Fantines Sterbebett verspricht Valjean sich ihrer Tochter anzunehmen, die er zunächst in Paris aus den gierigen Fängen der Wirtshausbetreiber Monsieur und Madame Thénardier (Sacha Baron Cohen, Helena Bonham-Carter) befreien muss.
Jahre später verliebt sich die erwachsene Cosette (Amanda Seyfried) in den Revolutionär Marius (Eddie Redmayne). Er gehört einer Gruppe von Studenten an, die gegen die Monarchie auf die Barrikaden geht. Die Revolte endet im Blutbad, dank Valjeans Edelmut werden die jungen Liebenden dennoch vereint.

Entstanden ist eine opulente und Emotionen tragende Leinwandverfilmung von Victor Hugos zeitloser Geschichte über Elend und Erlösung, über unerfüllte Liebe und scheiternde Träume. Licht und Maske tragen wesentlich dazu bei, diesen historisch bewegenden Abschnitt der französischen Geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts filmisch zu prägen.
Von Sibylle

Dieser Film kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

The King´s Speech

the kings
The Kings´s Speech. Drama.         FSK ab 6. 118 Min. 2011

Die Geschichte eines Königs der über sich hinauswächst und einer großartigen Freundschaft.

Das neue Massenmedium Radio bringt für Albert, Herzog von York und Sohn von König Georg V. eine neue Qual mit sich, denn Albert ist Stotterer. Obwohl er nicht der Thronnachfolger, sondern nur der zweite Sohn von King George V. ist, muss Bertie, wie er in der Familie genannt wird, in der Öffentlichkeit Reden halten und auf demütigende Weise erleben, wie seine Behinderung durch die Rundfunkübertragungen ins ganze Commonwealth getragen wird.
Kein Arzt und kein Therapeut konnte ihm bisher helfen, bis seiner Frau Elizabeth der australische Sprachtherapeut Lionel Logue empfohlen wird. Dessen unkonventionllen Behandlungsmethoden verstören zunächst den adligen Patienten, doch ein Schlüsselerlebnis zeigt Bertie, dass Logues Behandlung Erfolg haben könnte.
Unterdessen stirbt der König und Edward, Alberts älterer Bruder, besteigt den britischen Thron. Nach nur 10 Monaten Amtszeit dankt Eduard VIII. ab, da seine Liebe zu einer bürgerlichen und geschiedenen Amerikanerin von der Öffentlichkeit nicht geduldet wird und Albert wird, was er nie sein wollte – der neue König, Georg VI.!
Als das Britische Königreich in den II. Weltkrieg eintritt, hält Albert, unterstützt von Lionel Logue eine Rede, um seine Mitbürger auf den Krieg gegen Deutschland einzuschwören. Diese emotionale und zu Herzen gehende Ansprache gelingt ohne ein Stottern und ein Versprechen und bewegt die Herzen aller, die sie hören. Albert und Lionel bleiben sich in lebenslanger Freundschaft verbunden.

Ein sehr bewegender Film, für die ganze Familie geeignet. Einschränken würde ich hinsichtlich der Altersfreigabe, dass ein 6jähriges Kind den Film inhaltlich wohl noch nicht voll erfassen kann, denn die Beziehung der Personen untereinander ist sehr komplex dargestellt und auch die Ursache für Alberts Stottern läßt sich nur aus dem Zusammensetzen einzelner Szenen und Sequenzen erahnen. Von Rosi

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Die Wand

Dei wand
Die Wand. Drama. Laufzeit 103 Min. FSK ab 12 J. 2012

Die Wand ist eine Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans der Schriftstellerin Marlen Haushofer aus dem Jahr 1963. Der 2012 von Julian Pölsler verfilmte Stoff beschreibt das Leben einer Frau, die in aller Radikalität von der Zivilisation abgeschnitten wird. Die Frauenrolle verkörpert M. Gedeck über weite Strecken des Films ganz allein.

Die 40-jährige namentlich nicht genannte Erzählerin reist mit ihrer Cousine Luise und deren Ehemann Hugo an einem Wochenende zu einer Jagdhütte ins Gebirge. Am nächsten Morgen vermisst sie jedoch ihre Begleiter und verlässt die Hütte, um sie zu suchen. Doch sie stößt an eine gläserne Wand, hinter der alles Leben wie erloschen scheint. Zögerlich nimmt die Frau ihr Schicksal an und lernt sich allmählich von verbliebenen Vorräten, den Früchten und Tieren des Waldes und ihrem Garten zu ernähren. Zu der Sorge um ihre eigene Existenz kommt dabei bald die Sorge um verschiedene Tiere, die ihr zulaufen: neben einem Hund und Katzen,  eine trächtige Kuh und zum Schluss eine weiße Krähe.
Während eines Winters holt sie ihre Notizen hervor und fertigt den vorliegenden Bericht an – ohne zu wissen, ob ihn jemals jemand zu Gesicht bekommen wird.

Die Verfilmung ist eng an der Romanvorlage von Marlen Haushofer geblieben. Viele Textpassagen werden original zitiert. Sehr gefallen haben mir die  vom Regisseur ausgewählten Bach-Partiten, die dem Film Leichtigkeit verleihen. Besonders aber die stimmungsvollen Aufnahmen der Naturlandschaften sind ein Genuss. Die Wälder sind in ein mystisches Grau-Blau getaucht, majestätisch thronen die Berge darüber, weißer Schnee überzieht die Felder, das warme Gold-Gelb der Sonne bescheint die grünen Wiesen. Der Betrachter fühlt mit den Farben.
Toll umgesetzt finde ich die Darstellung der Wand, die lediglich durch ein akustisches Geräusch visualisiert wird. Eine Art elektromagnetisches Brummen, das die Erdrotation verursacht, und das manche Menschen angeblich zu hören in der Lage sind.

Die Frau entschließt sich – trotz der Isolation – nicht aufzugeben. Die Wand hat sie zwar von ihren Mitmenschen getrennt – zugleich aber ist die Trennwand zwischen Mensch und Natur eingerissen. Worum es sich bei der Wand handelt und wann und ob die Frau jemals frei kommt wird nicht geklärt. Die Erzählung klingt jedoch optimistisch aus; so heißt es unter anderem am Ende: „Seit heute früh weiß ich sicher, dass Bella ein Kalb haben wird. Und, wer weiß, vielleicht wird es doch wieder junge Katzen geben.“

Wer sich darauf einlassen kann, philosophische und psychologischen Fragen zu stellen, sollte sich den Film unbedingt anschauen! Denn nirgends hat der Mensch so viel Gelegenheit zur Reflektion – wie in der Einsamkeit. Von Sibylle

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Cloud Atlas

Cloud Atlas. Drama, Sience Fiction. Laufzeit 172 Min. Ab 12
Cloud Atlas. Drama, Sience Fiction. 2012. Laufzeit 172 Min. FSK ab 12

Cloud Atlas ist eine Literaturverfilmung aus dem Jahr 2012 nach David Mitchells Roman „Der Wolkenatlas“. Die US-Amerikaner Lana und Andy Wachowski und der Deutsche Tom Tykwer schrieben gemeinsam das Drehbuch und führten Regie. Cloud Atlas gilt als einer der teuersten bis dahin produzierten Independent Filme. Die zahlreichen Hauptrollen sind besetzt mit Tom Hanks, Halle Berry, Ben Whishaw, Susan Sarandon, Hugh Grant u.a.

Die Geschichte behandelt sechs verschiedene Schicksale, die einen Zeitraum von 500 Jahren umfassen. 1849: Der amerikanische Anwalt Adam Ewing bereist den Pazifik und erkennt das unmenschliche Prinzip der Sklaverei. 1936: Der junge und geniale Komponist Robert Frobisher wird von einem alternden Kollegen ausgebeutet. 1973: Die aufstrebende Journalistin Luisa Rey recherchiert über einen fehlerhaften Atommeiler. 2012: Der Verleger Timothy Cavendish landet, auf böse Empfehlung seines Bruders, in einem Altenheim und plant seine Flucht. 2144: Ein weiblicher Klon wird des Verbrechens angeklagt ein Mensch sein zu wollen. 2346: Der einfache Ziegenhirte Zachary stellt sich mutig gegen übernatürliche Kräfte.

Alle Geschichten beschreiben eigentlich den sich ewig wiederholende Kampf um Freiheit. Die einzelnen Handlungsstränge sind erzählerisch eng miteinander verbunden. Die sechs Zeitebenen wechseln sich ständig ab. So entsteht für den Betrachter der Eindruck von Gleichzeitigkeit. Fast alle Hauptdarsteller treten, mehrere Figuren und Charaktere verkörpernd, in den sechs Segmenten auf. Sie transformieren sich immer wieder über die Zeit und sogar über ihre Hautfarbe und Geschlecht hinweg. So wird bildlich verdeutlicht, dass Menschen keine autarken Inseln sind, sondern Teile aus einem unendlichen Strom aus Ideen und Gefühlen, aus Verfehlung und Erkenntnis, aus Genen und Gedanken.

Ich finde in Cloud Atlas viele gute und neue Ideen sehr faszinierend umgesetzt. Anfangs schnell Zusammenhänge herzustellen überfordert schon, doch ist dieser erste Zustand der Unübersichtlichkeit überwunden, erschließt sich die Geschichte und man kann sich emotional ihren Bildern nicht mehr entziehen. Es lohnt sich ein zweites und drittes Mal in den Film einzutauchen, es lassen sich immer wieder neu bisher ungesehene Zusammenhänge entdecken. Von Sibylle

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Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore: William Joyes, Joe Bluhm

Die fliegenden bücher der mr Lessmore
William Joyce, Joe Bluhm. Die fliegenden Bücher des Mr Morris Lessmore. Bastei Lübbe. 2013

Ein Bilderbuch für alle Generationen über die Liebe zu Worten, Geschichten und Büchern.

Nachdem das ordentliche Leben von Mister Morris Lessmore, der Worte, Geschichten und Bücher liebt und deshalb auch sein eigenes Buch schreibt, von einem gewaltigen Sturm durcheinander gewirbelt wird, führt ihn ein fliegendes Buch zu einem außergewöhnlichen Haus: Das Haus der Bücher. Die vielen Bücher in diesem Haus „flüstern und murmeln“ als „wollten sie ihn auf eine abenteuerliche Reise einladen“. Morris kümmert sich liebevoll um die Bücher, repariert und pflegt sie. Die Tage, Monate und Jahre vergehen, Morris wird älter und älter und das von ihm selber angefangene Buch füllt sich Seite um Seite. Eines Tages ist es soweit, seine Geschichte ist fertig, er verabschiedet sich von den Büchern und fliegt davon. Da entdecken die Bücher, dass Morris ihnen etwas hinterlassen hat: ein Buch mit seiner eigenen Geschichte. Ein kleines Mädchen, das eines Tages zufällig vor der Tür des Hauses steht, öffnet dieses Buch „und so endet unsere Geschichte genauso, wie sie begonnen hat…mit dem Öffnen eines Buches“.

Eine wahre Liebeserklärung an Bücher! Wunderbare, fast poetische Geschichte, eingefangen in einfühlsamen, liebevollen Bildern, je nach Stimmung in schwarz-weiß oder bunt.
Dieses Buch basiert auf dem Oscar-prämierten Kurzfilm „The Fantastic Flying Books of Mr. Morris Lessmore“ (zu sehen auf YouTube).
Ein Bilderbuch für große und kleine Bücherliebhaber ab 5!
Von Andrea und Helene

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Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger

Life of Pi
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger. Regie. Ang Lee. Lauflänge 122 Min. FSK ab 12. 2013

Rückblickend erzählt Pi, eigentlich Piscine Molitor Patel,  seine Lebensgeschichte.
Als Teenager musste er zusammen mit seiner Familie und deren Zoo von Indien nach Kanada auswandern. Auf der Schiffspassage geht das Schiff während eines schweren Orkans unter, mit allen Passagieren und Tieren. Nur Pi und der Tiger überleben in einem Rettungsboot.
Der Film erzählt mit beeindruckenden Bildern, wie Pi und der Tiger sich langsam annähern und so gemeinsam überleben.

Ein toller Film mit super Bildern und eine wunderbare Geschichte. Zu recht in diesem Jahr ausgezeichnet mit vier Oscars. Wer kann, sollte die englische Version anschauen, die Sprache ist noch besser und eigentlich nicht zu toppen.

Mein Lieblingsfilm 2013!!
Von Sophie 17 J.

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Dame König As Spion

Blu-ray. 2012. FSK 12
Dame König As Spion. Krimi, Thriller. Blu-ray. Lauflänge 127 Min. 2012. FSK 12

„Dame König As Spion“ ist ein britischer Spionagefilm aus dem Jahr 2011. Der Thriller ist die Literaturneuverfilmung des gleichnamigen Romans von John Le Carré aus dem Jahr 1974. Die zahlreichen Hauptrollen sind meisterhaft besetzt mit Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, Ciarán Hinds, Benedict Cumberbach, John Hurt u.a

Die Geschichte nimmt ihren Lauf in Budapest der siebziger Jahre, dort wird ein britischer Agent erschossen, er wurde verraten. Control (John Hurt) leitet im fernen London eine interne Untersuchung ein – es muss einen Maulwurf geben im MI6, dem britischen Auslandsgeheimdienst, er will ihn enttarnen; und dabei ist er sich gar nicht sicher, ob nicht George Smiley (Gary Oldman), dem er eigentlich traut, der Verräter sein könnte.

In unserer Erinnerung weisen wir den Jahrzehnten Farben zu, die Siebziger sind die Dekade der Brauntöne, sie schaffen ein gutes Grundgefühl für diesen Film, der in jeder Hinsicht eine Reise zurück ist in die Zeit des Kalten Krieges, in wundervollen Dekors – sehr schön nachgebaute, verwohnte Apartments und Büros, die nicht zeigen, dass früher die Menschen immer in frisch gestrichenen Räumen mit neuen Möbeln gewohnt hätten. Die Szene in der Ladenpassage in Budapest in welcher der Agent erschossen wird, ist ein gutes Beispiel dafür, wie diese Geschichte von Bildern getragen wird – alles hat Retro-Charme, man weiß nie so recht, ob man diese längst vergangenen Siebziger schön oder hässlich finden soll.

Vor allem aber ist dieser Film eine altmodische Erzählung. Alles, was mit Thriller zu tun hat, ist heutzutage auch Actionfilm, überbieten sich gegenseitig in Geschwindigkeit und Atemlosigkeit und rasant geschnittenen Bildern. Es geschehen in „Dame König As Spion“ keine Verfolgungsjagden mit dem Speed Boot in der Karibik. John le Careés Figur des Smiley war damals schon der Gegenentwurf zum James Bond Agenten, dem smarten Lebemann.

Der Film ist eine absolute Empfehlung! Es ist ein Genuss Gary Oldmans Verkörperung des Smiley zu folgen, in der er Alec Guinness in seiner frühen BBC-Verfilmung ganz nahe kommt. Von Sibylle

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34 Meter über dem Meer: Annika Reich

Annika Reich: 34 Meer über dem Meer
Annika Reich: 34 Meter über dem Meer. 272 Seiten. Hanser Verlag. 2012

Der Wunsch durch einen Wohnungstausch aus dem Leben auszubrechen und eigene Träume zu verwirklichen, bringt die junge Ella mit dem alten Horowitz zusammen.
Ella beginnt gerade ihren ersten, richtigen und geordneten Job bei einem Radiosender. Ihre persönliche Spezialität sind interessante Frauenportraits, denn, … „Immer wenn ich was über eine Frau lese, die mich interessiert, frage ich mich, ob ich nicht eigentlich lieber wie sie leben möchte. Das ist doch eine Frage, die wir uns alle immer mal wieder stellen: Lebe ich das Leben, dass ich immer haben wollte? Und wie viele wollen ihres am liebsten tauschen?“ … so jedenfalls lautet Ellas Credo, welches sie aber immer wieder an der Liebe scheitern lässt. Folglich gestaltet sich auch ihre Beziehung zu Paul, der sie liebevoll mit der jungen und verträumten “Holly Golightly” aus Frühstück bei Tiffany vergleicht und in den sie gefühlt zum ersten Mal richtig verliebt ist, zunächst als aussichtslose und emotionale Zwickmühle.
Als Ella unfreiwillig Zeugin eines Unfalls, der Fahrradkurierin Natalia wird, entdeckt sie auf dem Nachhauseweg vom Krankenhaus eine Annonce. … 6-Zimmer-Wohnung in Charlottenburg zu tauschen gegen 2/3-Zimmer. Kein Aufpreis, keine Nebenkosten, keinerlei Avancen. … Ohne lange zu zögern und bereit aus ihrem Leben und den Problemen zu verschwinden geht sie auf das Angebot ein und trifft auf den alten aber irgendwie genialen und lebensklugen Horowitz.
Horowitz selber gibt sich Ella gegenüber als gescheiterter Meeresforscher aus, der sein Leben schon fast hinter sich hat und sich nun endgültig von allem Ballast befreien möchte, sein Buch, ungeschrieben lassen, ausbrechen aus seiner mit schrägen Requisiten vollgestellten Wohnung und wieder Herr über sein Leben werden. Horowitz zögert nicht lange und bald ist er mit Sibylle, Ellas Mutter, auf weite Europareise aufgebrochen – endlich Richtung Meer.
Sehr viel zaghafter und vorsichtiger als Horowitz gelingt es schließlich auch Ella sich den anderen Menschen gegenüber zu öffnen und so auch Paul Schritt für Schritt an sich heranzulassen.

Annika Reich ist gelungen sehr überzeugend und sensibel zu erzählen, wie es sich anfühlt jung zu sein und wie man sich fühlen könnte, wenn man alt wäre und aus einem irgendwie falsch gelebten und leeren Leben hinaus möchte. Von Sibylle

Dieses Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken