Das Glück in weißen Nächten: Verena Rabe

Verena Rabe: Das Glück in weissen Nächten
Verena Rabe: Das Glück in weißen Nächten. 216 Seiten. ars vivendi Verlag. 2012

Moa, 34 Jahre, lebt in Hamburg und arbeitet als Köchin in einem Szene-Restaurant. Vor einiger Zeit hatte sie ein Kunststudium angefangen, aber nicht beendet, sondern wieder mit dem Kochen angefangen. Sie hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann, Tom, glücklich ist sie nicht mit ihm. Doch sie mag sich nicht von ihm lösen. Ihr Vater, Nils, spielt Saxofon und leidenschaftlich gerne Jazz. Er lebt in Norwegen mit seiner Freundin, auf den Lofoten und lädt Moa ein zu einem seiner Konzerte. Sie ist hin- und hergerissen, ihre Eltern trennten sich vor langer Zeit, verziehen hat sie ihm das nicht, alles was da so gelaufen ist. Aber die Aussicht, einige Tage Urlaub auf den Lofoten zu verbringen und die Beziehung zu ihrem Vater zu verbessern, bewegt sie zu dieser Reise, die vieles in Gang setzt. Matthias, ein junger Meeresbiologe, der gerade von seiner untreuen Frau geschieden wurde und aus seinem ungeliebten Job ausbricht, fliegt ebenfalls auf die Lofoten, zum Angeln. Ihre Wege, Moas und Matthias, kreuzen sich mehrmals. Durch Irrungen und Missverständnisse, kommt es, dass sie getrennt wieder nach Deutschland reisen. Zur Hochzeit ihres Vaters fliegt sie, Moa wieder dahin. Und wie durch Zufall, ist Matthias von einem Nachbarn, eingeladen zu dieser Hochzeit.

Die Sprache, Beschreibungen der Menschen und der Natur, ließen mich wie in einem Bann lesen. Eingetaucht in diese Welt der Lofoten… Ans Herz legen möchte ich dieses Buch auch Männern, manche von ihnen könnten etwas lernen, sich selber und uns Frauen besser verstehen. Von AsDa

Diese Buch kann in der Bücherei ausgeliehen werden Hier kannst du dich vormerken.

Der König von Berlin: Horst Evers

Horst Evers: Der König von Berlin. 6 CDs 436 Minuten. Argon Verlag. 2013
Horst Evers: Der König von Berlin. 6 CDs 436 Minuten. Argon Verlag. 2013

Es werden zwei parallele Erzählstränge in Berlin geführt.
Ein Toter unter Sand begraben im eigenen Wohnviertel ist der 1. Fall, der tote Chef einer Schädlingsbekämpfungsfirma ist der 2. Fall.

Der kürzlich nach Berlin versetzte Kommissar Lanner hat es nicht leicht bei seinen neuen Kollegen, die ihn nicht für ganz voll nehmen. Sie verpassen ihm den Spitznamen „Dorfsheriff“ und machen sich über ihn lustig. Aber sie haben ihn noch nicht kennengelernt. Dazu wird Berlin von einer wahren Rattenplage überflutet. Wodurch starben die beiden Männer? Warum wurde der eine vor seinem Haus vergraben und warum ist so viel Geld in seiner Wohnung gefunden worden? Wer ist der Täter? Und wie werden die „Berliner“ die Ratten wieder los, die keiner rief, oder doch?

Anfänglich längerer Aufbau der Handlung und der Charaktere, danach interessante Wendungen und auch der Humor und die Phantasie kommen nicht zu kurz. Mir hat einiges gefallen, u.a. das Zwischenspiel der Polizisten, die aufgebaute Spannung, die vielfältigen Erzählstränge, die Arbeitsweisen der Schädlingsbekämpfungsfirma und die unterschiedlichen Lebensweisen.
Von AsDa

Dieses Hörbuch kann in der Bücherei ausgeliehen werden. Hier kannst du dich vormerken.

Lassen sie mich durch, ich bin Mutter: Anja Maier

Anja, Maier: Lassen sie mich durch, ich bin Mutter. Von Edel-Eltern und ihren Bestimmerkindern Verlag: Bastei Lübbe GmbH & Co. KG
Anja, Maier: Lassen sie mich durch, ich bin Mutter. Von Edel-Eltern und ihren Bestimmerkindern
Bastei Lübbe Verlag. 2011

Anja Maier, Berliner Journalistin der TAZ hat Familien im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg beobachtet und festgestellt, dass aus dem Szeneviertel eine kuschelige Kleinstadt geworden ist. Sie zieht für drei Monate in den angesagtesten Elternbezirk Berlins: Prenzlauer Berg. Dort will sie herausfinden, ob sich ihre Vorurteile bestätigt sehen, oder ob die Mütter dort genauso normal sind wie du und ich...

Ihre Geschichte ist erschreckend wahr, manchmal tragisch und vor allem urkomisch. Anja Maier lässt in ihrem Buch viele Seiten zu Wort kommen: Eine genervte Café Besitzerin, eine sogenannte Macchiato Mutter und eine Grundschullehrerin. Jede Position erzählt mit viel Liebe zum Detail.

Mein Fazit:
Ein tolles, lustiges und dennoch kritisches Buch mit einem wunderbar ironischen Blick auf die heutige Eltern-Leistungsgesellschaft.

Unbedingt lesen!
Von Karin: Patientenbücherei im Städt. Klinikum Braunschweig

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Torstraße 1: Sybil Volks

Sybil Volks: Torstraße 1. 400 Seiten. Deutscher Tachenbuch Verlag. 2012.
Sybil Volks: Torstraße 1. 400 Seiten. Deutscher Tachenbuch Verlag. 2012.

1929 eröffnet im Osten Berlins das Kreditkaufhaus Jonass des jüdischen Kaufmanns Heinrich Grünberg, in dem sich auch die ärmeren Familien Berlins fast alle Wünsche erfüllen können, indem sie ein Viertel des Kaufpreises anzahlen und den Rest in Ratenzahlung begleichen. Bei der feierlichen Eröffnung wird die hochschwangere Angestellte Vicky Springer von den Wehen überfallen und bringt in der Poststelle des Kaufhauses ihre Tochter Elsa zur Welt. Niemand außer ihrer Freundin Elsie weiß, dass der Juniorchef des Kaufhauses, Harry Grünberg, der Vater ihres Kindes ist.
Bei der Geburt assistiert neben einer alten Frau auch der Zimmermann Wilhelm Glaser, der am Bau des Gebäudes beteiligt war und deshalb zur Feier eingeladen ist. Am selben Tag bringt seine Frau Martha ihren Sohn Bernhard zur Welt. Die ledige Vicky, deren Beziehung zu ihrem jüdischen Liebhaber geheim bleiben muss, findet einen „gewissen Familienanschluss“ an die Familie Glaser und die beiden gleichaltrigen Kinder wachsen zunächst fast wie Geschwister auf, bis sie durch die politischen Ereignisse auseinander gerissen werden, jedoch immer in Kontakt bleiben, so gut es unter den Umständen möglich ist.

Dem Kaufhaus Jonass steht eine wechselvolle Existenz bevor: nach der Enteignung der jüdischen Besitzer und deren Emigration nach Amerika bemächtigen sich die Nationalsozialisten des Gebäudes und bringen dort die Leitzentrale ihrer Hitlerjugend („Reichsjugendführung“) unter. Nach dem Krieg wird es als „Haus der Einheit“ als SED-Parteisitz genutzt,

ab 1959 beherbergt es außerdem das „Institut für Marxismus-Leninismus“. Jahre später, nach der Wende, steht es zunächst leer, bis es nach der Rückübertragung an die Erben und dem Wiederverkauf zum „Soho House Berlin“ wird.

Diese ganzen Entwicklungen verfolgt der Leser abwechselnd aus der Perspektive Elsas, die in Westberlin lebt, und Bernhards, der in der DDR als Journalist für die Zeitung „Neues Deutschland“ tätig ist und – zumindest zu Beginn – an die propagierten Ideale seines Landes glaubt. Sowohl Elsa als auch Bernhard gründen Familien, die im losen und zu DDR-Zeiten heimlichen Kontakt stehen, das Leben ihrer Kinder und Enkelkinder steht exemplarisch für die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in den beiden deutschen Staaten.

Sybil Volks, geb. 1965, lebt als freie Autorin und Lektorin in Berlin, unweit der Torstraße. Sie veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten und Gedichte in Anthologien renommierter Verlage und erhielt mehrere Preise und Stipendien. Sie ist Mitglied der Mörderischen Schwestern, des Verbands deutschsprachiger Krimiautorinnen.
2012 erschien ihr zweiter Roman „Torstraße 1“ um zwei Familien und ein Haus im Herzen Berlins. Von Elke aus Bad Sobernheim: Öff. Bücherei Kulturhaus Synagoge

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