Der schaurige Schusch: Charlotte Habersack und Sabine Büchner

Der schaurige Schusch. Charlotte Habersack und Sabine Büchner
Ravensburger 2016, fest geb.

Auf dem höchsten Berg im Simmerlgebirge, dem Dogglspitz, wohnen der Hirsch, die Gams, das Murmeltier, das Huhn und der Partyhase einmütig und zufrieden miteinander. Jeder in seinem eigenen blitzblanken Häuschen.

Auf dem Dogglspitz ist man so richtig schön unter sich, und da die Tiere wegen der Wolken nicht in die weite Welt hinunterblicken können, kennen sie auch nur ihre eigene kleine Welt.

Da kündigt sich plötzlich ein neuer Mitbewohner an: der Schusch! Zwar weiß keiner der Doggelspitzbewohner, um welche Art Wesen es sich bei solch einem Schusch handelt, aber jeder hat schon seine feste Vorstellung: Erschreckend groß, muffig riechend und zottelig soll er sein und schaurig-schön seine wilde Art zu küssen.

Kein Wunder also, dass  die Tiere wenig begeistert sind, als der Schusch ihnen eine Einladung zu einer Einweihungsparty schickt. Nur der Partyhase, der – wie schon sein Name verrät – keiner Party widerstehen kann, traut sich hin.

Was geschieht im Haus des Schuschs, fragen sich die ängstlich wartenden Freunde. Gab es auf der Party Hasenbraten?  Es ist schon längst dunkel geworden, als die Tür  endlich aufgeht und der Partyhase wohlbehalten und gut gelaunt heraustritt. Doch welcher Schreck für den Schusch! Glotzen ihm doch aus dem Dunkel  der Nacht  die unheimlichen Augen von Hirsch, Gams, Murmeltier und Huhn entgegen.  Doch der Partyhase kann dem kleinen Schusch die Angst nehmen und stellt ihm seine vier Freunde vor.  So sind alle Missverständnisse ausgeräumt und alle zusammen feiern ihr Kennenlernen.

Ein witziges Bilderbuch mit phantasievollen Zeichnungen über Fremdsein, Vorurteile und Mut.

Irmgard

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Unter der Drachenwand: Arno Geiger

Geiger, Arno:
Unter der Drachenwand : Roman / Arno Geiger. – 1. Auflage. – München : Carl Hanser Verlag, 2018. – 480 Seiten

Das Buch spielt 1944 zum Ende des Zweiten Weltkrieges am Mondsee in Österreich.

Veit Kolbe ist als deutscher Soldat an der Ostfront verwundet worden. Durch eine Granate mittelschwer verletzt, kommt er zur Genesung an diesen vermeintlich idyllischen Ort. Er hat alles erlebt, was man als deutscher Soldat der Wehrmacht erleben kann, hat alle Verbrechen dieser Zeit gesehen und ist verwundert, dass er nach 5 Jahren an der Front noch immer am Leben ist.
Als ein Beschädigter, Pervitin und -Drogenabhängiger geht er zu seinem Onkel, der vor Ort Postenkommandant und als solcher in der Lage ist seinem Neffen ein Quartier zu beschaffen.

Veit ist froh davon gekommen zu sein und möchte so schnell nicht wieder eingezogen werden. Von da ab, dort am Mondsee entfaltet sich der Erzählraum unter der Drachenwand über Verschickte, Geflohene und Verwundete, die der Krieg irgendwie zusammen gebracht hat. Für Veit ist es ein Atemholen auf der Flucht.

Arno Geiger kommt seinen Figuren sehr nahe. Die Schilderung der Ängste, Schmerzen, der Verzweiflung aber auch der zarten Freude bringt sehr viel über die Menschen hervor. Als Leser erfährt und durchlebt man dies ähnlich.

Sibi

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Zu guter Letzt: Es ist nie zu spät, Neues zu beginnen

Harriet Lauler ist und war schon immer ein Kontrollfreak. In der Komödie „Zu guter Letzt“ setzt die alte Dame aber noch einen drauf. Harriet möchte unbedingt sichergehen, nach Fehlern in ihrer Vergangenheit durch gewisse Umstände, dass der letzte Kommentar zu Ihrem Leben positiv ausfällt.

Zu guter Letzt mit Shirley MacLaine und Amanda Seyfried. FSK 0 Jahre. 104 Min. 2017

Der Gedanke ihren eigenen Nachruf dem Zufall zu überlassen erscheint ihr völlig unvernünftig. Deshalb beschließt Harriet die junge Journalistin Anne zu engagieren und einen geeigneten Text vorab schreiben zu lassen. Doch Anne hat es schwer, denn sie findet keinen Weggefährten, der ein gutes Wort für Harriet übrig hat.

Zu Anfang halten die beiden Frauen nicht viel voneinander, bis sie zusammen auf eine Reise gehen, auf der sie sich selbst und den anderen besser kennenlernen.
Anne erfährt von Harriet, je mehr man sich selbst treu bleibt, auch Fehler und Scheitern zulässt, desto mehr lernt man über sich.
Und schließlich endet die Reise für beide mit der wahren Botschaft „Es ist nie zu spät, Neues zu beginnen.“

Sibi

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Infiziert. Teri Terry

Infiziert. Teri Terry
Coppenrath 2017, 477 Seiten
ISBN: 978-3-649-62599-5
19,95 Euro

Auf einer Vermisstenanzeige erkennt Shay das Mädchen wieder, das ihr vor etwa einem Jahr begegnet ist. Schockiert erkennt Shay, dass sie Zeuge einer Entführung geworden ist. Sie nimmt Kontakt zu Kai, dem Halbbruder des Mädchens auf und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Callie. Sie kommen schrecklichen Dingen auf die Spur, denn Callie wurde als Forschungsobjekt benutzt. Gleichzeitig rollt eine mysteriöse, tödliche Epidemie über das Land. Hängt dies irgendwie zusammen?

Dies ist der Auftakt einer Trilogie, Band 2 erscheint im Januar 2018. Ungemein spannend und temporeich wird die Geschichte aus der Sicht von Shay und Callie erzählt und fesselt den Leser vom ersten Kapitel an. Allen Büchereien, die Bedarf an Jugendthrillern haben, sehr zu empfehlen.
Ju 3

Andrea

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Band 2 Manipuliert

 

Im Zeichen der Zauberkugel – Der ägyptische Zankzauber. Stefan Gemmel

Im Zeichen der Zauberkugel – Der ägyptische Zankzauber. Stefan Gemmel. 186 Seiten. Carlsen 2017.

Alex und Salih, ein arabischer Geisterjunge, sind weiter auf der Suche nach Alex‘ verschwundenem Großvater. Durch die Freundschaft der beiden verstärken sich Salihs magische Kräfte. Der böse Zauberer Argus fühlt sich immer mehr von ihnen bedroht und hat Angst, dass sie das Rätsel um den Großvater lösen. Er ruft den ägyptischen Hohepriester des Magischen Zirkels zur Hilfe um die Freundschaft zwischen Alex und Salih zu zerstören. Wird ihm dies gelingen?
Der 3. Band der Reihe „Im Zeichen der Zauberkugel“. Ein spannendes, abwechslungsreiches Abenteuer, das den Leser fesselt. Einige schwarz-weiß Illustrationen ergänzen die Geschichte hervorragend. Diese Geschichte lässt sich unabhängig von den ersten Bänden lesen, allerdings fehlen dann ein paar Hintergrundinformationen. Es lohnt sich auf jeden Fall alle Bände der Reihe zu lesen.
Ju 2, ab 8 Jahren

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Andrea

Die Geschichte der Bienen: Maria Lunde

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen. Btb, 2015, fest geb. Aus dem Norwegischen

Absolut lesenswert und fesselnd! Kein Wunder, dass der Roman mit dem langweilig anmutenden Titel schon so lange auf den Bestsellerlisten steht.

Ein Roman in drei Erzählsträngen auf drei Zeitebenen: England 1852, Ohio/USA 2007 und China 2098. Alle verbindet die Geschichte der Bienen, deren ökologische Bedeutung durch die Geschichte Taos bewusst wird: Die junge Landarbeiterin Tao, die wie fast die gesamte Bevölkerung Chinas als Blütenbestäuberin arbeiten muss, verliert ihren Sohn durch ein unerklärliches Ereignis, das aber so herausragend ist, dass die Regierung ihr das Kind vorenthält. Sie begibt sich auf die scheinbar aussichtlose Suche. – Rund 90 Jahre vorher scheitert in den USA die Existenz des Imkers George, als ein seltsames, immer mehr um sich greifendes Verschwinden der Bienenvölker auch seine Bienen vernichtet. Kann sein Sohn Tom Georges Leben einen neuen Sinn geben? – Im England des 19. Jahrhunderts steckt der als Akademiker gescheiterte, in den Zwängen des Familienvaters von acht Kindern steckende William seine Energie und Hoffnung in die Entwicklung eines modernen Bienenstocks. Seine Tochter Charlotte ist die einzige in der Familie, die ihn versteht und unterstützt.

Dieser Roman lehrt den Leser, die Natur zu schätzen, ohne belehrend zu sein. Sehr zu empfehlen.

Irmgard

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Die Tage, die ich dir verspreche – Lily Oliver

Lily Oliver: Die Tage, die ich dir verspreche. 368 Seiten. Verlag: Knaur TB. 2016

Für die 19-jährige Gwen wird nach langer Krankheit endlich ein passendes Spenderherz gefunden. Nach erfolgreicher Operation und Reha kommt sie nun wieder nach Hause. Ihre Eltern, ihr Bruder, ihre Freunde – alle freuen sich und sagen „Da hast du aber Glück gehabt, nun wird alles wieder gut“.  Nur Gwen kann sich nicht freuen und diesen Satz nicht mehr hören. Körperlich ist alles bestens, die OP ist super gelaufen, sie gewinnt täglich an Kraft.  Aber Gwen ist unglücklich, sie fühlt eine große innere Leere und quält sich mit Schuldgefühlen gegenüber dem Spender. Immer wieder fragt sie sich: Warum habe ich ein Spenderherz bekommen und nicht ein anderer? Wer musste für mich sterben? Welche Menschen habe ich deshalb unglücklich gemacht?
Gwen wird immer unglücklicher, bis sie eines Tages beschließt, dass sie nicht mehr leben möchte. Sie postet in einem speziellen Forum für Herzkranke: Herz zu verschenken!
Sofort nimmt der Moderator Kontakt zu ihr auf und versucht zu helfen.

Es ist ein sehr berührendes Buch, das eine Seite von Transplantationen beleuchtet über die man so nicht nachdenkt. Der Roman ist sehr verständlich geschrieben, so dass sich die Geschichte leicht lesen lässt, den Leser in seinen Bann zieht und noch lange nachhallt.

Andrea

Böse. – Lorenz Pauli und Kathrin Schärer

Böse. - Lorenz Pauli und Kathrin Schärer.
Böse. – Lorenz Pauli und Kathrin Schärer. Zürich: Atlantis-Verlag 2016, fest geb.

Auf dem Bauernhof brüsten sich die Tiere damit, dass sie nicht nur nett, sondern auch richtig böse sein können. Nacheinander führen der Hund, die Ziege, die Taube und auch das Schwein einander vor, was an Gemeinheit in ihnen steckt. Doch als die Katze eine kleine Maus entdeckt und ihr auflauert, kommt ihr das Pferd zuvor und setzt seinen schweren Huf auf die Maus. Gleichzeitig verkündet es, dass die Katze ab sofort keine Mäuse mehr jagen muss.

Den Tieren – und auch dem Betrachter und Leser – stockt der Atem. Warum hat das sonst für seine Sanftmut bekannte Pferd das gemacht? Diese Bosheit geht zu weit, da sind sich alle einig. Doch als die Katze außer Sichtweite ist, hebt das Pferd seinen Huf, unter dem die kleine Maus zusammengekauert, aber unversehrt hervorschaut. Das Pferd hat nur böse gespielt, damit die Katze, die genug Futter vom Bauern bekommt, in Zukunft die Mäuse in Frieden lässt. Die Tiere, die alle das Bösesein ausprobiert haben, sind erleichtert und froh.

In bewährter Manier mit unverwechselbarem Pinselstrich haben Pauli und Schärer diese Bilderbuchgeschichte erzählt und bebildert.

Zum behutsamen Vorlesen für ältere Kindergartenkinder sehr empfehlenswert, wirkt der einschneidende Schockmoment dennoch beängstigend. Doch es lässt sich gut thematisieren, was Bösesein für andere und den „Täter“ selbst bedeutet. Und wie es sich für ein Bilderbuch gehört, geht die Geschichte am Ende ja gut aus, auch wenn dies nichts an der Tatsache ändert, dass Katzen Mäusejäger sind.

Irmgard

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